Leo XIV besucht Gran Canaria, um in Arguineguín Migranten und Freiwillige zu treffen, bevor er eine große Open-Air-Messe anführt, die auf der Insel von Tausenden besucht wird.
Papst Leo XIV begann seinen Besuch der Kanarischen Inseln am Donnerstag mit einer Botschaft, die sich auf die Migrationskrise konzentriert und der Notwendigkeit einer gemeinsamen Reaktion auf eine der größten Herausforderungen des Archipels.
Der Papst kam am Morgen um 10:40 Uhr Ortszeit nach Gran Canaria und wurde vom Ministerpräsidenten Pedro Sánchez sowie nationalen, regionalen und lokalen Behörden empfangen.
Bei seinem ersten Auftritt auf den Inseln traf Leo XIV mit Einwanderern, Freiwilligen und humanitären Helfern zusammen, die in Hilfsmaßnahmen involviert sind. In seinen Ausführungen warnte er davor, dass Europa sich nicht daran gewöhnen dürfe, das Mittelmeer und den Atlantik in „Grabstätten ohne Grabsteine“ zu verwandeln, und forderte eine größere Zusammenarbeit zwischen Herkunfts-, Transit- und Bestimmungsändern zum Schutz der Rechte von Migranten. „Die Würde des Menschen hat keinen Pass“, sagte er.
Bei der Veranstaltung, die den Titel „Between the Two Shores“ trug, begann der Führer der katholischen Kirche seine Ansprache deutlich: „Heute, am Meer, wird die Botschaft deutlich: so viele verwundete Leben kommen hier an, fast allem beraubt, aber niemals ihrer Würde.“ Er schloss ebenso entschieden: „Heute, hier, am Meer, fordert jedes ankommende Leben uns auf, zu prüfen, was von unserer Menschlichkeit übrig bleibt. Früher oder später werden wir wissen, ob wir sie bewahrt haben oder ob wir Gleichgültigkeit für uns sprechen ließen.“
Mit dieser bewegenden Zeremonie hat Leo XIV die Pläne seines Vorgängers erfüllt, Papst Franziskus, der im April 2025 gestorben ist, ohne seinen Wunsch erfüllen zu können, auf die Kanarischen Inseln zu reisen, um die Migrationskrise aus erster Hand zu sehen.
Das Treffen in Arguineguín, das als einer der symbolträchtigsten Momente des Besuchs gilt, enthielt Zeugnisse von Einwanderern und Vertretern humanitärer Organisationen, die auf den Kanarischen Inseln tätig sind. Der Papst betonte die Notwendigkeit sicherer und legaler Migrationswege, die Stärkung der Aufnahme‑Systeme und die Bekämpfung der kriminellen Netzwerke, die vom Menschenhandel profitieren.
Nach seinem Besuch im Süden Gran Canarias wird Papst Leo nach Las Palmas de Gran Canaria reisen, wo er die Kathedrale Santa Ana besuchen und Mitglieder der örtlichen Kirche treffen wird. Der Tag wird mit einer großen Open-Air-Messe im Gran Canaria Stadion enden, zu der rund 40.000 Menschen erwartet werden.
Der Besuch der Kanarischen Inseln, der erste Papstbesuch überhaupt auf dem Archipel, markiert die letzte Etappe von Ler XIVs apostolischer Reise nach Spanien und hebt die Migrationsherausforderungen hervor, denen sich einer der Haupteingänge Europas von Afrika aus gegenübersteht. Am Freitag wird der Papst sein Programm auf Teneriffa fortsetzen, bevor er nach Rom zurückkehrt.