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Spanien: Sánchez fordert EU auf, das Assoziationsabkommen mit Israel innerhalb von 48 Stunden zu brechen

23. April 2026

Während einer Kundgebung der Sozialistischen Arbeiterpartei in Gibraleón unter dem Slogan ‚Defend Public Services‘ bestätigten am Sonntag der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez und die sozialistische Kandidatin María Jesús Montero, dass sie die EU bitten würden, ihr Assoziationsabkommen mit Israel zu beenden.

Pedro Sánchez nutzte eine Wahlkampfkundgebung in der Provinz Huelva, um eine der weitreichendsten außenpolitischen Botschaften der letzten Wochen zu übermitteln. „Diesen Dienstag wird die spanische Regierung der EU den Vorschlag vorlegen, ihre Assoziation mit Israel zu beenden“, sagte er den Unterstützern.

Der Ministerpräsident fügte hinzu, dass Spanien „ein Freund Israels“ sei, sich jedoch nicht mit den Handlungen seiner Regierung identifiziert, und forderte andere europäische Länder auf, sich der Initiative anzuschließen.

Die Ankündigung kam nicht aus dem Nichts. Wenige Tage zuvor hatte Sánchez die EU aufgefordert, ihr Assoziationsabkommen mit Israel auszusetzen, nach dem, was er als den heftigsten israelischen Angriff auf den Libanon seit Beginn der Offensive bezeichnete. Am Sonntag wandelte sich dieser Appell zu einer festen Verpflichtung, mit einem Datum für die Umsetzung.


The time has come for the EU to break its Association Agreement with Israel. We have nothing against the people of Israel, on the contrary. But a government that violates international law and, therefore, the principles and values of the EU cannot be our partner. NO TO WAR.

Ein langwieriges diplomatisches Aufeinandertreffen

Spaniens Haltung in diesem Konflikt hat sich seit Monaten verschärft. Sánchez und Irland hatten bereits zu einer dringenden Überprüfung des EU–Israel-Abkommens aufgerufen und argumentiert, dass die Achtung der Menschenrechte und demokratischer Prinzipien ein „wesentlicher Bestandteil“ der Beziehung sei.

Auf dem European Pulse Forum 2026, das in Barcelona stattfand, argumentierte Sánchez, dass Israel mehrere Artikel des Assoziationsabkommens „unter Füßen tritt und sie verletzt“, und sagte, dass Spanien „bereit ist, diesen Schritt gemeinsam mit vielen anderen europäischen Ländern zu gehen“. Netanjahu reagierte, indem er Spanien vorwarf, einen „diplomatischen Krieg“ gegen Israel zu führen, woraufhin Sánchez die Debatte an die europäischen Institutionen verlegte.

Europäische Unterstützung: eine Mehrheit, aber keine Einstimmigkeit

Der spanische Vorschlag beginnt nicht von einer isolierten Position aus. Länder wie Belgien, Slowenien, Finnland, Frankreich, Irland, Luxemburg, Portugal und Schweden hatten zuvor ähnliche Initiativen unterstützt, während Bulgarien, Kroatien, Zypern, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien und Litauen ihnen widersprochen haben.

Die EU ist Israels größter Handelspartner, mit einer Beziehung im Wert von mehr als 45 Milliarden Euro pro Jahr. Jede Aussetzung oder Unterbrechung des Abkommens würde daher gravierende wirtschaftliche und politische Folgen haben.

Eine Überprüfung des Abkommens fand „Hinweise“, dass Israel seinen menschenrechtlichen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, obwohl mehrere Diplomaten glauben, dass diese Feststellungen das Abkommen nicht notwendigerweise daran hindern werden, in Kraft zu bleiben.

Krieg als Hintergrund

Bei der Kundgebung wandte sich Sánchez auch an jene „die diesen Krieg begonnen haben“ und forderte sie auf, ihn zu stoppen und Netanjahu in den Griff zu bekommen. Die Wahl einer Wahlkampfveranstaltung, um diese Botschaft zu übermitteln, ist kein Zufall: Der Premierminister strebt danach, Spanien auf der europäischen Bühne abzuheben und zugleich sein progressives Profil bei den andalusischen Wählern zu stärken.


I ask those who started this war to stop it and rein in Netanyahu. This Tuesday, the Spanish Government will bring to Europe a proposal for the EU to break its association with Israel. We are a people who are friends of Israel, but we do not agree with the actions of its government. I call on all EU countries to support this Spanish proposal.

Eine Bürgerinitiative, Justice for Palestine, hat bereits mehr als eine Million Unterschriften gesammelt, in denen die Mitgliedstaaten aufgefordert werden, das Abkommen zwischen der EU und Israel abzubrechen, wodurch die Mindestschwelle überschritten wird, die die Europäische Kommission verpflichtet, die Angelegenheit zu prüfen. Der spanische Vorschlag hat daher Rückenwind auf der Straße, auch wenn der Weg in Brüssel nach wie vor verworren bleibt.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.