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Staatsanwaltschaft eröffnet Terrorismus-Ermittlungen wegen eines linksextremistischen Anschlags hinter dem Berliner Blackout

7. Januar 2026

Eine radikal-linke Gruppe hat die Verantwortung für einen Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz übernommen, der zu einem Stromausfall für Zehntausende Haushalte führte. Die Reparaturen werden voraussichtlich bis Donnerstag abgeschlossen sein.

Die Bundesanwaltschaft hat am Dienstag eine Terrorismus-Ermittlung gegen den Brandanschlag auf Hochspannungskabel eingeleitet, der zu einem Stromausfall führte und 45.000 Berliner Haushalte betroffen hat.

Der Netzbetreiber teilte mit, dass er den Angriff vom 3. Januar — der online von einer radikal-linken Gruppe beansprucht wurde — auf Vorwürfe prüfe, darunter „Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation, Sabotage, Brandstiftung und Störung der öffentlichen Dienste“.

Der Angriff am Samstagmorgen trennte mehrere Hochspannungskabel, die den Teltowkanal im Bezirk Lichterfelde überspannten, wodurch am Dienstag rund 25.500 Haushalte weiterhin ohne Strom waren.

Der regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, sagte, die Reparaturen an den 300 Metern beschädigten Kabelabschnitten würden erst bis Donnerstag abgeschlossen sein.

Berliner suchen Notunterkünfte und warme Mahlzeiten

Die weit-links stehende „Vulkan-Gruppe“ hat die Verantwortung in einem Online-Brief übernommen, der von den Behörden nun als authentisch bestätigt wurde.

Der Berliner Innensenator Iris Spranger sagte, der Angriff sei „linksextremistischer Terrorismus“, eine Charakterisierung, die in einem Telefongespräch durch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bestätigt wurde.

„Dies ist ein Akt des Terrorismus“, sagte Wegner auf einer Pressekonferenz am Dienstag. „Diese Täter gefährden absichtlich das Leben der Menschen.“

Die Stadt erntete zunächst Kritik, weil sie vorerst nur Notunterkünfte in Turnhallen anbot, bevor sie zustimmte, Hotelkosten für die Vertriebenen zu übernehmen.

Wegner sagte, die Regierung werde Unterkunftskosten „voll rückwirkend“ erstatten, nachdem die Bewohner Hotelrechnungen mit Nachweis von Adresse und Identität eingereicht hätten.

Behörden evakuierten mehrere Hundert Menschen aus 74 Pflegeeinrichtungen, obwohl einige Einrichtungen auf Notgeneratoren angewiesen waren. Die Bundeswehr setzte Personal ein, um Polizei und Feuerwehr bei Logistik- und Notstromoperationen zu unterstützen.

Berlin richtete öffentliche Duschen in drei Hallenbädern ein, errichtete Lebensmittelbanken, die warme Mahlzeiten verteilten, und setzte Ladebusse ein, damit die Bewohner sich aufwärmen und Geräte aufladen konnten.

Supermärkte und S-Bahn-Verkehre zu den Stationen Mexikoplatz, Nikolassee und Wannsee haben den Betrieb wieder aufgenommen.

Der Geschäftsführer von Stromnetz Berlin, Bernhard Büllmann, sagte, 17 Notgeneratoren seien in Betrieb, insgesamt 36 seien nach Lieferungen aus Nordrhein-Westfalen verfügbar.

Jede Generatorverbindung erhöht die Anzahl der Haushalte mit Strom, doch Ingenieure müssen die elektrische Kapazität sorgfältig prüfen, bevor der Service wiederhergestellt wird.

Technisch anspruchsvolle Reparaturen

Polizeivizepräsident Marco Langner sagte, die Ermittler würden hunderte Stunden Videoaufnahmen analysieren und acht Hinweise als relevant eingestuft haben.

Der Generalbundesanwalt hat die Untersuchung übernommen, wobei Landes- und Bundeskriminalpolizei mit dem Verfassungsschutz kooperieren.

Der Vulkan-Gruppe-Brief besagte, dass der Angriff gegen ein gasbetriebenes Kraftwerk gerichtet war. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey hinterfragte, ob die Täter „nur linke Aktivistengruppen seien, die ideologisch getrieben sind, oder ob sich dahinter mehr verberge“, und forderte bundesweite Unterstützung bei den Ermittlungen.

Die Reparaturen der Kabel stellen technische Herausforderungen dar, weil die siebenkomponentigen Hochspannungsleitungen unter kontrollierten Bedingungen bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt bearbeitet werden müssen.

Ingenieure haben um den Arbeitsbereich eine Einhausung errichtet, um die ordnungsgemäßen Umweltkontrollen zu gewährleisten.

Etwa drei Viertel der Berliner kritischen Strominfrastruktur ist videoüberwacht, doch ein Viertel in öffentlichen Bereichen — einschließlich der Kabel am Teltowkanal — war aufgrund von Datenschutzbedenken nicht überwacht worden.

Giffey sagte, die Behörden planten, an diesen Kabeln eine dauerhafte Überwachung zu installieren und KI-Überwachungsprogramme einzusetzen, um kleine Temperaturänderungen mittels Wärmebildtechnik zu erkennen.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.