Magyar hat in seiner jüngsten Wahlkampfrede erneut einen stärkeren Schutz der persönlichen Privatsphäre versprochen, nachdem er die Regierung Orbáns beschuldigt hatte, ihn angeblich mit einem heimlich aufgenommenen Sexvideo mit seinem ehemaligen Partner in einer Budapest-Wohnung im Jahr 2024 erpresst zu haben.
Der führende Oppositionsführer Ungarns Péter Magyar hielt am Sonntag eine Wahlkampfveranstaltung in Budapest ab und rief die Regierung dazu auf, die Privatsphäre der Menschen zu respektieren, nach dem, was er als Erpressung und als eine Honeypot-Falle beschrieb, die von der Regierung eingerichtet wurde, um ihn zu diskreditieren.
Laut Umfragen liegt Magyars Tisza-Partei vor der regierenden Fidesz-Partei von Viktor Orbán, vor den Parlamentswahlen am 12. April.
Orbán, ein rechtskonservativer Politiker, regiert Ungarn seit 2010 mit absoluter Mehrheit.
Magyar hatte zu Beginn dieser Woche erklärt, er sei von Regierungsvertretern mit einem Sexvideo erpresst worden, das ihn und seinen ehemaligen Partner zeigt und heimlich in einer Budapest-Wohnung im Jahr 2024 aufgenommen wurde. Bisher wurde das Video nicht veröffentlicht, aber ein Foto, das ein Schlafzimmer zeigt, ist online verbreitet worden.
„Wenn du willst, dass Viktor Orbán in dein Schlafzimmer spioniert, dann wähle die regierende Fidesz-Partei“, sagte Magyar.
Er fügte hinzu, dass Orbáns Partei Angst davor habe, die Macht zu verlieren, und bereit sei, Abscheuliches zu tun, um die Tisza-Opposition zu diskreditieren.
„Wenn sie mein Privatleben offenlegen können, können sie dasselbe auch bei anderen tun“, erklärte Magyar.
Der Oppositionsführer, dessen Tisza-Partei in den meisten nationalen Umfragen führt, rief Orbán dazu auf, sich an einer Wahl-Debatte zu beteiligen.
Ungarn wird sich nicht in einen Krieg hineinziehen lassen
Magyar schien sich mit seiner Wahlkampfveranstaltung am Samstag gezielt an junge Wähler zu wenden, nach einer Rede des ungarischen Regierungschefs.
Der führende Oppositionsführer beschrieb die bevorstehende Abstimmung im April als die „größte Party des Jahrzehnts“ und forderte die jungen Leute auf, den Wahltag in ihren Kalendern zu markieren.
Der Oppositionskandidat der Tisza-Partei wies außerdem die Erzählung der Regierung zurück, wonach ein Sieg der Opposition Ungarn in einen Krieg hineinziehen würde.
Magyar versprach außerdem, dass seine Regierung die Wehrpflicht ablehnen werde; er wies darauf hin, dass seine Partei Russland’s umfassende Invasion der Ukraine verurteilt, aber betonte, dass Budapest nicht in den Konflikt hineinzieht werde.
Er versprach außerdem, dass im Fall eines Wahlsiegs die Barriere an Ungarns südlicher Grenze beibehalten würde, um illegale Migration zu verhindern.
Magyar kündigte außerdem an, dass seine Partei weder den EU-Migrationspakt noch den beschleunigten Beitritt der Ukraine zur EU unterstützt.
Der Oppositionskandidat sprach auch zu Berichten über eine jüngste chemische Leckage in einer Batteriefabrik in der Nähe von Budapest, bei der der Gehalt an giftigen Substanzen die von der Regierung zulässigen Grenzwerte überschritten hatte.
„Wir führen vollständige, unabhängige und öffentliche Messungen verbindlich durch. Interne Messungen und Daten aus Fabriken dürfen nicht mehr geheim bleiben“, sagte er.
Magyar traf sich mit EU-Führungskräften auf der Münchner Sicherheitskonferenz
Magyar verbrachte Freitag und Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz, wo er Gespräche mit zwölf europäischen Führungspersönlichkeiten führte, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundeskanzler Karl Nehammer, der polnische Ministerpräsident Donald Tusk und der kroatische Ministerpräsident Andrej Plenković.
Der Vorsitzende der Tisza-Partei sagte, er habe die Führungspersönlichkeiten über seine Pläne im Falle eines Wahlsiegs informiert.
„Die wichtigste Aufgabe der zukünftigen Tisza-Regierung wird darin bestehen, die dem ungarischen Volk zustehenden EU-Gelder wieder zurückzuholen“, sagte Magyar nach seinen Gesprächen in München.
Er fügte hinzu, dass seine Regierung darauf abzielen werde, strenge Anti-Korruptionsmaßnahmen zu verabschieden, die Unabhängigkeit der Gerichte, die Pressefreiheit und Hochschulen zu gewährleisten.
Er machte außerdem deutlich, welche Position er gegenüber dem beschleunigten EU-Beitritts der Ukraine in seinen Gesprächen gegenüber den Führungskräften vertrete.