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USA genehmigen den Verkauf von Tomahawk-Marschflugkörpern an Deutschland, sagt Bundeskanzler Friedrich Merz

12. Juli 2026

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Die Vereinigten Staaten verpflichteten sich, bis August eine formale Genehmigung für den Verkauf von Tomahawk-Marschflugkörpern und bodengestützten Typhoon-Startsystemen zu erteilen, wobei die Anzahl der erworbenen Raketen jedoch vertraulich bleiben würde.

Die Vereinigten Staaten haben den Verkauf von Langstrecken-Tomahawk‑Kreuzfahrtraketen an Deutschland genehmigt, wie Bundeskanzler Friedrich Merz am Donnerstag mitteilte, trotz früher Zweifel an einer geplanten Stationierung.

„Am Rande der NATO‑Konferenz in Ankara hatten wir uns mit der amerikanischen Regierung darauf geeinigt, dass Tomahawk‑Kreuzfahrtraketen aus den Vereinigten Staaten von uns erworben und in Deutschland stationiert werden,“ sagte Merz dem Parlament in einer Erklärung gegenüber den Abgeordneten.

Die Maßnahme werde „eine wichtige strategische Lücke in unseren Verteidigungen schließen“, sagte er.

„Gleichzeitig werden wir daran arbeiten, eigene europäische Systeme zu entwickeln und sie in Europa zu stationieren.“

Merz nannte keinen Termin, wann mit der Lieferung der Tomahawks zu rechnen sei.

Die Raketen werden überwiegend von U-Booten und Kriegsschiffen gestartet und können Reichweiten von über 1.600 Kilometern erreichen.


Germany’s Chancellor Friedrich Merz speaks during a media conference at the NATO summit in Ankara, 8 July, 2026


Eine Regierungsquelle aus Deutschland sagte, die Verteidigungsminister beider Länder hätten am Dienstag eine Absichtserklärung für das Tomahawk‑Raketenabkommen unterzeichnet, nachdem es zuvor Verhandlungen zwischen Merz und dem US‑Präsidenten Donald Trump sowie ranghohen Sicherheitsbeamten beider Länder gegeben hatte.

In dem Schreiben verpflichteten sich die Vereinigten Staaten, bis August eine formale Genehmigung für den Verkauf von Tomahawk‑Marschflugkörpern und bodengestützten Typhoon‑Startsystemen zu erteilen, wobei die Anzahl der erworbenen Raketen jedoch vertraulich bleiben würde.

Berlin betrachtet die Stationierung von Langstrecken‑Kreuzfahrtraketen, wie die in den USA hergestellten Tomahawk‑Marschflugkörper, als einen zentralen Bestandteil seiner Abschreckungsstrategie gegenüber Russland.

Bislang gibt es keine europäisch hergestellten Alternativen mit ähnlicher Reichweite und Schlagkraft wie der Tomahawk, wodurch Berlin und andere europäische NATO‑Mächte auf Washington für diese Waffen angewiesen bleiben.

Moskau hat Iskander‑Kreuzfahrtraketen in der Exklave Kaliningrad stationiert, die Ziele in europäischen NATO‑Ländern treffen könnten.

The guided-missile destroyer USS Porter launches a tomahawk land attack missile in the Mediterranean Sea, 7 April, 2017

The guided-missile destroyer USS Porter launches a tomahawk land attack missile in the Mediterranean Sea, 7 April, 2017


Am Mittwoch kündigte das Vereinigte Königreich an, dass ein Dutzend europäischer NATO‑Verbündeter, darunter Deutschland, in den nächsten zehn Jahren gemeinsam rund 50 Milliarden US‑Dollar (ca. 43 Milliarden Euro) in die Entwicklung neuer Langstrecken-Genauigkeitswaffen investieren würden.

Die Regierungsquelle aus Deutschland sagte, Berlin plane, ungefähr die Hälfte der Kosten des Projekts beizutragen.

Im Mai hatte Merz angedeutet, dass eine geplante Stationierung von Tomahawk‑Raketen in Deutschland, die von dem ehemaligen US‑Präsidenten Joe Biden angekündigt worden war, abgesagt werde.

Damals nannte Merz als Grund erschöpfte Arsenale infolge der Kriege im Iran und in der Ukraine.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.