Haftungsausschluss: Diese Website steht in keiner Verbindung zur Deutsche Bahn AG oder deren Tochtergesellschaften. S-Bahn Hamburg ist ein unabhängiges, privat betriebenes Online-Magazin und nicht Teil der Deutschen Bahn-Gruppe.

Vance besucht Armenien und Aserbaidschan, während die USA den TRIPP-Korridor unterstützen

5. Februar 2026

JD Vances Reise nach Armenien und Aserbaidschan unterstreicht den erneuten Fokus der USA auf den Südkaukasus-Friedensprozess und die Handels- sowie digitalen Ambitionen des TRIPP-Korridors.

Der US-Vizepräsident JD Vance wird am kommenden Montag nach Armenien reisen, bevor er später in diesem Monat Aserbaidschan besucht, was Washingtons erneuten Fokus auf den Südkaukasus signalisiert, während es darauf drängt, den im letzten Jahr vereinbarten Friedensrahmen umzusetzen.

Der Besuch hebt die Bemühungen der USA hervor, Handel, Investitionen und Infrastruktur in der Region durch den TRIPP-Korridor, die Trump Route for International Peace and Prosperity, zu fördern.

Allerdings glauben Analysten, dass der Erfolg eine starke Regierungsführung und eine enge transatlantische Koordination erfordern wird.

„Der Besuch von JD Vance in Armenien und Aserbaidschan signalisiert den US-Impuls zur Umsetzung des Friedensrahmens von 2025“, sagte Tihomira Kostova, leitende Analystin im Geoeconomics-Programm des Centre for the Study of Democracy.

Sie sagte, der TRIPP-Korridor könnte die regionale Zusammenarbeit und ausländische Investitionen vorantreiben, jedoch nur unter strengen Bedingungen.

„Der Erfolg von TRIPP wird von Stabilität, Wettbewerbsfähigkeit und robuster Transparenz abhängen“, sagte Kostova und wies darauf hin, dass eine größere Konnektivität bestehende Verwundbarkeiten offenlegen könnte.

„Dies ist besonders kritisch angesichts der bisherigen Bilanz des Südkaukasus in Bezug auf Sanktionsumgehungen und illegale Finanzströme, wobei Armenien sich kürzlich als Re-Export-Hub für sanktionierte Dual-Use-Güter etabliert hat, die nach Russland gelangen sollen“, sagte sie.

Kostova sagte, dass der Ausbau von Transport- und digitalen Verbindungen das Risiko bergen könnte, diese Herausforderungen zu verschärfen, sofern er nicht sorgfältig überwacht werde.

„Eine größere Konnektivität könnte diese Risiken erhöhen, sofern sie nicht streng kontrolliert wird; eine robuste US-EU-Koordination mit Armenien und Aserbaidschan sei daher entscheidend für eine wirksame Durchsetzung von Sanktionen“, fügte sie hinzu.

Neuaufleben des Engagements Washingtons

Der Besuch folgt auf den Start eines von den USA vermittelten Friedensrahmens im August 2025 zwischen dem armenischen Premierminister Nikol Pashinyan und dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev, was einen seltenen Moment diplomatischer Übereinstimmung nach Jahren regionaler Instabilität markiert.

Für Washington gewinnt der Südkaukasus an strategischer Bedeutung, die über Konfliktmanagement hinausgeht.

Nargiz Mammadova, Expertin für Internationale Beziehungen am STEM Analytical Centre in Baku, sagte, die jüngsten Entwicklungen spiegeln eine breitere Neubewertung des wirtschaftlichen und geopolitischen Werts der Region wider.

„Die Folgen des Treffens in Washington transformieren den Südkaukasus dramatisch“, sagte Mammadova.

„Die Trump-Administration ist an der Region interessiert, nicht nur in Bezug auf Frieden und Sicherheit, sondern auch in wirtschaftlichem Wohlstand. Das erklärt die sich ausweitenden Beziehungen der USA zu Armenien und Aserbaidschan.“

Sie sagte, der Besuch Vances könnte den Grundstein für eine dauerhaft institutionelle Einbindung legen. „Pragmatisch gesehen können wir uns sicher sein, dass eine strategische Partnerschaftsvereinbarung auf der Agenda steht und bald unterzeichnet werden könnte.“

TRIPP-Korridor und digitale Ambitionen

Im Zentrum des Engagements der USA steht TRIPP, ein vorgeschlagener Transitkorridor durch Armenien, der die Exklave Nakhchivan von Aserbaidschan mit dem Festland verbindet.

Die Initiative soll Handel, Energietransit, Logistik und digitale Konnektivität erleichtern und potenziell eine neue Ost-West-Verbindung zwischen Zentralasien und Europa eröffnen.

Mammadova betonte, dass TRIPP nicht als konventionelles Infrastrukturprojekt gesehen werden sollte. „Es ist mehr als ein Korridor zum Transport von Gütern“, sagte sie. „Die Digitalisierung und der Einsatz fortschrittlicher Technologien entlang der gesamten Route werden für dessen langfristige Wirkung essenziell sein.“

Sie nannte die Zusammenarbeit Aserbaidschans mit führenden US-Technologiefirmen, die im Bereich IT-Infrastruktur und digitalen Lösungen tätig sind, als frühe Anzeichen für eine breitere Digitalstrategie. Wenn es mit Zentralasien über den Zangezur-Korridor und den Middle Corridor verbunden wird, könnte das Projekt laut Mammadova ein neues grenzüberschreitendes digitales Ökosystem untermauern.

Neue Transportwege könnten europäische Lieferketten diversifizieren und den Zugang zu aufstrebenden Märkten verbessern. Aserbaidschan liefert Europa bereits Gas über das Southern Gas Corridor.

Analysten sagen, dass Governance und Transparenz entscheidend sein werden, während die Infrastruktur erweitert wird. Ob TRIPP gelingt, hängt von einer effektiven Regulierung und Koordination zwischen den USA, der EU und regionalen Partnern ab.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.