Varta erklärte, dass sie keiner unmittelbaren Gefahr ausgesetzt sei, ihre Zahlungspflichten nicht erfüllen zu können. Die Produktion läuft weiter, und Löhne und Gehälter würden weiterhin gezahlt.
Die Muttergesellschaft hinter der renommierten Varta-Haushaltsbatteriemarke erklärte am Freitag, dass sie beim Amtsgericht Stuttgart einen Antrag gestellt habe, Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu eröffnen.
Der in Ellwangen ansässige deutsche Batteriehersteller sagte, dass der Antrag durch eine strukturelle Finanzierungslücke ab 2027 veranlasst wurde, und nicht durch eine unmittelbare Unfähigkeit, seinen Zahlungspflichten nachzukommen.
Das Unternehmen nannte deutlich sich verschlechternde Marktbedingungen, schwächere Nachfrage, ungünstige Wechselkursbewegungen und zuletzt „die Entscheidung eines wichtigen Kunden, die Partnerschaft zu beenden“, als Faktoren, die den Betrieb beeinflussen.
Laut Reuters und Berichten deutscher Medien ist der Schlüssel-Kunde Apple, der Berichten zufolge beschlossen hat, wiederaufladbare CoinPower-Knopfzellen für seine AirPods aus China zu beziehen.
Geschäftsführer Michael Ostermann sagte: „VARTA AG ist in den letzten Quartalen mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert gewesen. Wir im Vorstand und im Management sind uns unserer gesamthaften Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Investoren voll bewusst und arbeiten mit aller Kraft daran, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten, die langfristige Tragfähigkeit des Unternehmens zu sichern und die bestmöglichen Aussichten für alle Stakeholder zu schaffen.“
Varta ist ein privat geführtes Unternehmen, nachdem es im März 2025 von den Börsen in Frankfurt und Wien delisted wurde, als Teil eines früheren Restrukturierungsplans. Die Restrukturierung wurde im April 2025 als abgeschlossen erklärt.
Reuters berichtete außerdem, dass die Aktionäre von Varta, darunter der Sportwagenhersteller Porsche AG und der österreichische Investor Michael Tojner, sich geweigert hätten, dem kriselnden Unternehmen zusätzliches Kapital bereitzustellen.
Welche Teile des Geschäfts sind betroffen?
Varta sagte, die Produktion werde fortgesetzt und die Mitarbeiter würden weiterhin Löhne und Gehälter erhalten.
Das rentable Geschäft mit Haushaltsbatterien, Varta Consumer Batteries, ist rechtlich getrennt und vom Verfahren ausgeschlossen. Allerdings fallen drei operative Tochtergesellschaften unter separate Anträge neben dem Mutterunternehmen: Varta Microbattery, Varta Micro Production und Varta Storage.
Der CEO sagte, dass der Energiespeichermarkt eine zukunftsweisende Branche für das Unternehmen bleibt.
Das Amtsgericht Stuttgart ernannte Tobias Wahl, einen Rechtsanwalt der Sanierungsfirma Anchor, zum vorläufigen Sachwalter. In der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung von Varta weiterhin die Kontrolle über das Unternehmen, während Wahl die Verfahren im Auftrag der Gläubiger überwacht.