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Volkswagen streicht 50.000 Stellen, Gewinne brechen um fast die Hälfte ein.

11. März 2026

Die Gewinne des Volkswagen-Konzerns sanken im Jahr 2025 um fast die Hälfte. Handelskonflikte, Schwierigkeiten in China und die Strategiewende bei Porsche belasten Europas größten Autohersteller.

Die Volkswagen-Gruppe erlebte 2025 ein hartes Gewinnjahr und plant, bis 2030 in Deutschland 50.000 Stellen abzubauen — eine dramatische Eskalation ihres Kostensenkungsprogramms, nachdem der Nettogewinn um 44% auf 6,9 Mrd. € gesunken war, das schlechteste Ergebnis des Autoherstellers seit dem Dieselabgasskandal vor fast einem Jahrzehnt.

Die Ankündigung, die von Vorstandsvorsitzendem Oliver Blume am Dienstag in Wolfsburg gemacht wurde, geht weit über die bereits Ende 2024 mit den Gewerkschaften vereinbarte Reduzierung von 35.000 Arbeitsplätzen hinaus.

Der Umsatz stagniert bei rund 322 Mrd. €, während das operative Ergebnis sich nahezu halbierte und rund 8,9 Mrd. € betrug, so der größte Autohersteller Europas.

Finanzvorstand Arno Antlitz sprach von einem „herausfordernden Umfeld“ mit geopolitischen Spannungen, neuen Handelsbarrieren und zunehmendem Wettbewerb, insbesondere aus China.

Die Volkswagen-Aktien stiegen am Dienstagmorgen in Frankfurt um fast 3,7 %, getrieben von der breiteren Markt-Rallye, die Donald Trumps Äußerungen zu Iran-Sanktionen und einem möglichen Ende des Konflikts nach sich zog.

Im Jahr 2015 wurde Volkswagen dahingehend festgestellt, Software in Millionen von Diesel-Fahrzeugen installiert zu haben, die darauf abzielte, Emissionstests zu manipulieren, wodurch die Fahrzeuge während der Tests deutlich sauberer erscheinen ließen als in der Praxis — ein Skandal, der Milliarden vom Marktwert des Unternehmens wegnahm, strafrechtliche Verfolgungen auslöste und der Gruppe weltweit Kosten in Höhe von mehr als 30 Mrd. € an Strafen, Vergleichen und Rückrufen verursachte.

Die gegenwärtige Misere gilt als noch gravierender als der Skandal von 2015.

Probleme in China und den USA

Obwohl Volkswagen in Europa zulegte, reichte dies nicht aus, um Verluste in China und Nordamerika auszugleichen. Die Gruppe lieferte weltweit rund 8,98 Millionen Fahrzeuge im Jahr 2025 — ein Rückgang um 0,5%.

Trumps Zölle trafen den US-Markt für Volkswagen-Fahrzeuge besonders hart, während Änderungen der Umweltvorschriften und der Wegfall staatlicher Subventionen die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen abkühlten — was Druck auf geplante Projekte ausübte, darunter ein neues Werk für Elektro-Pick-up-Trucks unter der Scout-Marke der Gruppe.

Der Druck ist auch in China spürbar, lange Zeit der wichtigste Wachstumsmarkt von Volkswagen, wo lokale Hersteller wie BYD, Geely und Nio die technologische Lücke schließen und Marktanteile gewinnen.

Als Reaktion darauf setzt Volkswagen auf eine „In China for China“-Strategie mit lokaler Entwicklung und lokalen Lieferketten, die Analysten als entscheidend für die langfristigen Aussichten der Gruppe ansehen.

Der Schmerz ist am deutlichsten bei Porsche zu spüren.

Die Sportwagenmarke erlitt einen deutlichen Rückgang der Verkaufszahlen in China, während sie die Kosten einer strategischen Umkehr trug.

Nachdem Porsche lange Zeit Elektrofahrzeuge priorisiert hatte, kehrt das Unternehmen nun wieder zu Modellen mit Verbrennungsmotor zurück.

Überhöhte Bonuszahlungen?

Das operative Ergebnis brach von rund 5,3 Mrd. € im Jahr 2024 auf lediglich 90 Mio. € im letzten Jahr ein.

Der Gewinneinbruch hat die Bezahlung der Führungskräfte jedoch nicht beeinträchtigt, und das ruft Empörung hervor.

Trotz der schlechtesten Ergebnisse der Gruppe seit fast einem Jahrzehnt erhalten Vorstandsmitglieder erneut Bonuszahlungen in Höhe von mehreren Millionen, überwiegend getrieben durch den Nettocashflow — den Geldzufluss nach Investitionen und laufenden Kosten — der 6,4 Mrd. € erreichte, das höchste Zielniveau im Vergütungssystem.

Medienberichte zufolge beliefen sich die Gesamtbonuszahlungen an den Vorstand auf rund 13,6 Mio. €.

Vorstandschef Oliver Blume erhielt eine Gesamtvergütung von rund 7,4 Mio. €, etwas weniger als im Vorjahr, teils aufgrund eines freiwilligen Verzichts auf Gehalt.

Betriebsräte fordern nun, dass die Belegschaft am starken Cashflow beteiligt wird, während Gespräche über mögliche Sonderzahlungen laufen.

Hoffnung auf Erholung im Jahr 2026

Trotz der schwachen Jahresergebnisse ist die Gruppe in letzter Zeit etwas stabiler geworden.

Im vierten Quartal entwickelte sich das Geschäft besser als zuvor. Volkswagen hatte zuvor im dritten Quartal aufgrund von Sonderbelastungen bei Porsche einen Verlust von mehr als 1 Mrd. € gemeldet.

Die Gruppe rechnet nun damit, dass sich die Profitabilität im Jahr 2026 wieder verbessern wird. Die operative Marge soll nach einem Rückgang auf 2,8% im Jahr 2025 auf Werte zwischen 4,0% und 5,5% steigen.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.