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Welche Länder sind die besten und schlechtesten im KI-Wettlauf des öffentlichen Sektors?

7. Februar 2026

Frankreich belegt in einem neuen globalen KI‑Adoptionsindex den letzten Platz, und fast die Hälfte seiner Beamtinnen und Beamten hat die Technologie am Arbeitsplatz noch nie genutzt, trotz massiver staatlicher Investitionen in diese Technologie.

Europäische Regierungen hinken globalen Vergleichspartnern bei der Nutzung von KI in öffentlichen Diensten hinterher, so eine neue Studie.

Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich tun sich damit schwer, KI‑Ambitionen in praxisnahe Werkzeuge für Beamtinnen und Beamte umzusetzen, wie der heute veröffentlichten Public Sector AI Adoption Index 2026 zeigt.

Die Studie, veröffentlicht von Public First im Auftrag des Center for Data Innovation und mit Unterstützung von Google, zeigt, dass die Nutzung von KI weltweit zunimmt, europäische Länder jedoch einen vorsichtigeren, risikoaversen Ansatz verfolgen, der vielen Beamtinnen und Beamten den Zugang zu der Technologie verwehrt, die die Arbeit der Regierungen anderswo verändert.

Trotz einer weit verbreiteten Einführung – weltweit nutzen jetzt 74 Prozent der Beamtinnen und Beamten KI und 80 Prozent fühlen sich durch sie befähigt – glauben nur 18 Prozent, dass ihre Regierungen die Technologie sehr effektiv einsetzen.

Der Index basiert auf einer Umfrage unter 3.335 Beamtinnen und Beamten in 10 Ländern, darunter das Vereinigte Königreich, Deutschland, Frankreich, die Vereinigten Staaten, Japan, Brasilien, Südafrika, Indien, Singapur und Saudi‑Arabien.

Frankreich belegte den letzten Platz in der Studie

Unter den zehn befragten Ländern belegte Frankreich in der Studie den letzten Rang, wobei 74 Prozent der französischen Beamtinnen und Beamten sagten, dass KI keinen Teil ihrer Arbeit ausführen könne, und etwa 45 Prozent angaben, KI am Arbeitsplatz nie zu nutzen.

Nur 27 Prozent der Beschäftigten in Frankreich gaben an, dass organisatorisch in KI‑Werkzeuge investiert werde, und viele äußerten, dass Führungsempfehlungen zur Nutzung von KI unklar seien.

Diese begrenzte praktische Erfahrung scheint die Einstellungen zu prägen. Viele französische Beamtinnen und Beamte erwarten nicht, dass KI die Effizienz verbessert.

„Während Frankreich KI als strategisches Werkzeug für Wettbewerbsfähigkeit und Modernisierung positioniert, bleibt ihr Wert ohne praktische Erfahrungen für viele Beschäftigte abstrakt“, heißt es in dem Bericht.

Die Befunde sind besonders auffällig angesichts Frankreichs erheblicher Investitionen in KI‑Infrastruktur und der Entwicklung ethischer Rahmenwerke, die den verantwortungsvollen Einsatz von KI in der Regierung leiten sollen.

Der Bericht warnt, dass 70 Prozent der Mitarbeitenden, die KI aktiv in Organisationen mit nur begrenzter KI‑Guidance nutzen, KI im Schatten einsetzen – das heißt, sie verwenden KI‑Werkzeuge, ohne dass ihre Arbeitgeber davon wissen.

Europas Haltung gegenüber KI

In ganz Europa bleibt die Einführung insgesamt vorsichtig. Deutschland und Frankreich wurden in eine Gruppe risikoscheuer Länder eingeordnet, in denen der Einsatz von KI auf Spezialisten und Pilotprojekte beschränkt ist.

Das Vereinigte Königreich zeigte Fortschritte bei der KI‑Adoption, hat aber weiterhin Lücken bei Führung, Richtlinien und Infrastruktur. 37 Prozent der Beamtinnen und Beamten erhielten eine Form von KI‑Schulung, doch die Einführung bleibt in den Abteilungen uneinheitlich, und viele Beschäftigte haben keinen Zugang zu genehmigten Werkzeugen.

Länder wie Singapur, Saudi‑Arabien und Indien wurden als Spitzenreiter identifiziert, die eine starke Unterstützung der Führung mit einer breiten, alltäglichen Nutzung von KI in der Regierungsarbeit verbinden.

Die Umfrage misst die Einführung in fünf Bereichen: Einstellungen gegenüber KI, Vertrauen in die Nutzung, Zugang zu genehmigten Werkzeugen und Führungshinweisen, wie stark KI in die tägliche Arbeit eingebettet ist, und Zugang zu Schulungen.

Das Team hinter der Umfrage erklärt, dass diese Faktoren darüber entscheiden, ob Regierungen KI‑Strategien in echte Verbesserungen der öffentlichen Dienste umsetzen können.

Die Umfrage wurde vom Center for Data Innovation durchgeführt, mit Unterstützung von Google.

„Viele Regierungen haben ehrgeizige Pläne für KI im öffentlichen Sektor, aber einige schaffen bessere Rahmenbedingungen für den realen Einsatz als andere“, sagte Rachel Wolf, Geschäftsführerin von Public First.

„Unsere Forschung zeigt, wer erfolgreich ist und wo Verbesserungen nötig sind. Das ist wichtig, denn effektive KI ermöglicht bessere öffentliche Dienstleistungen, stärkere Ergebnisse für Bürgerinnen und Bürger und widerstandsfähigere öffentliche Institutionen.“

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.