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Dominikanische Republik bestätigt: US-militärischer Luftangriff auf Kokain-Schiff – spektakulär und brisant

14. Februar 2026

Bestätigung aus Santo Domingo

Die dominikanischen Behörden haben den nächtlichen Luftschlag der USA gegen ein mutmaßliches Drogenschnellboot offiziell bestätigt. Das Ziel war eine „go-fast“-Embarcation, die nach Angaben der Drogenfahndung rund 1.000 Kilo Kokain transportierte. Der Angriff erfolgte etwa 80 Seemeilen südlich der Isla Beata, also gut 150 Kilometer vor der Küste.

Laut Sprecher Carlos Devers wurden die Operation und ihre Ergebnisse gemeinsam mit US-Partnern ausgewertet. Erste Funde und Datenspuren deuten auf ein professionell organisiertes Netzwerk hin. Die dominikanischen Behörden sprechen von einem «hochgefährlichen Korridor» des transkaribischen Schmuggels.

Mögliche Herkunft und Route des Boots

Eine Quelle aus dem Ermittlungsumfeld hält es für „sehr wahrscheinlich“, dass das Boot aus dem Raum La Guajira startete. Diese Grenzregion zwischen Kolumbien und Venezuela gilt seit Jahren als Drehscheibe für maritime Schmuggelrouten.

Auffällig waren laut den Ermittlern die Verpackungen der Ballots. Farben und Markierungen passten eher zu Mustern, die mit venezolanischen Netzwerken assoziiert werden, und unterschieden sich angeblich von kolumbianischen Gepflogenheiten. Ein Beamter sagte: «Die Streifen auf den Säcken entsprechen nicht dem, was wir häufig in Kolumbien sehen.»

Verweis auf Washington und Trumps Ankündigungen

Eine Sprecherin der US‑Botschaft in Santo Domingo verband den Einsatz mit einer Meldung von Donald Trump. Der US‑Präsident hatte auf Truth Social erklärt, die Geheimdienste hätten die Ladung und den bekannten Schmuggelkorridor bestätigt. Zudem habe sich das Boot in internationalen Gewässern befunden, betonten US‑Stellen.

Trump verwies zuletzt mehrfach auf Operationen gegen mutmaßliche Narcoterroristen. Anfang September sei bei einem Schlag in der Karibik eine zweistellige Zahl von Todesopfern zu beklagen gewesen. Wenige Tage später habe ein weiterer Angriff drei Venezolaner getroffen, eine dritte Embarcation sei eliminiert worden.

Rechtliche Streitpunkte und internationale Reaktionen

Völkerrechtliche Experten stellen die Legalität solcher Luftschläge in Frage. Kritiker warnen vor einem faktischen „Permis de tuer“, sofern klare Beweisstandards und transparente Verfahren fehlen. Auch die Abgrenzung zwischen Strafverfolgung und militärischer Aktion auf hoher See bleibt ein umstrittenes Feld.

Der venezolanische Generalstaatsanwalt Tarek William Saab ersuchte die Vereinten Nationen um Prüfung der US‑Operationen. Caracas spricht von einer „militärischen Aggression“ und sieht den Versuch, innenpolitischen Druck zu erzeugen. Präsident Nicolás Maduro wies die Vorwürfe des Narcotráfico zurück und appellierte, die „Friedensordnung“ durch Dialog zu schützen.

Sicherheitsarchitektur in der Karibik

Washington hat zur Bekämpfung der Kartelle nach eigenen Angaben sieben Kriegsschiffe in die Karibik und weitere Kräfte in den Pazifik verlegt. Die USA werfen der venezolanischen Führung enge Beziehungen zu Schmuggelnetzwerken vor und setzten eine Belohnung von 50 Millionen Dollar auf Hinweise zur Festnahme Maduros aus. Caracas kontert mit dem Vorwurf einer Regimewechsel‑Agenda.

Für die Karibikstaaten bedeutet der Druck auf See neue sicherheitspolitische Herausforderungen. Drogen, Waffenhandel und Geldwäsche destabilisieren ohnehin fragile Ökonomien und überfordern regionale Behörden. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass Fehlidentifikationen oder unklare Mandate zu Eskalationen führen könnten.

Was bisher feststeht

  • Ein US‑Luftschlag traf ein mutmaßliches Schnellboot mit rund 1.000 Kilo Kokain südlich der Isla Beata.
  • Die Route führte mutmaßlich aus der Region La Guajira über einen bekannten Schmuggelkorridor.
  • Washington verweist auf Geheimdienstinformationen und internationale Gewässer als Einsatzraum.
  • Juristen kritisieren mögliche Völkerrechtsbrüche und fehlende Transparenz.
  • Caracas fordert eine UN‑Prüfung und spricht von Aggression.

Stimmen und offene Fragen

Die dominikanische Drogenfahndung betont, man habe eng mit Partnerdiensten kooperiert. «Wir handeln im Rahmen unserer Gesetze und unserer internationalen Verpflichtungen, um die maritime Sicherheit zu schützen», erklärte ein leitender Beamter. Zugleich kündigte die Regierung weitere Analysen der Beweisstücke und Kommunikationsdaten an.

Offen bleibt, nach welchen Regeln die Zielauswahl auf hoher See erfolgt und wie Beweislasten zwischen Ermittlern und Militär verteilt werden. Menschenrechtsorganisationen fordern Dokumentation, unabhängige Kontrolle und klare Schwellenwerte für den Einsatz tödlicher Gewalt.

Ausblick

Für Santo Domingo steht viel auf dem Spiel: Die Insel ist Transitpunkt im Transithandel, aber auch Partner in regionalen Sicherheitsinitiativen. Eine robuste, rechtsstaatlich abgesicherte Kooperation mit den USA könnte die Drogenrouten schwächen, birgt jedoch politische Kosten und diplomatische Reibungen.

Kurzfristig dürften die Ermittlungen klären, welche Netzwerke hinter der Ladung standen und welche Akteure die Route steuerten. Mittel- bis langfristig entscheidet sich an der Transparenz der Operationen, ob die Region Vertrauen in den gemeinsamen Kampf gegen Kartelle gewinnt oder in eine Spirale wachsender Konflikte gerät.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.