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Iran veröffentlicht erste offizielle Todesopferzahl nach Sicherheitsmaßnahmen gegen Proteste

22. Januar 2026

Der staatliche Fernsehsender übertrug Erklärungen des Innenministeriums und der Stiftung der Märtyrer- und Veteranenangelegenheiten, einer offiziellen Behörde, die Familien der im Krieg Getöteten unterstützt, und gab an, dass 3.117 Menschen getötet worden seien.

Iran legte am Mittwoch seine erste von der Regierung veröffentlichte Todesopferzahl vor, nach der Niederschlagung landesweiter Proteste, und nannte eine deutlich niedrigere Zahl als die Aktivisten im Ausland, während die theokratische Führung des Landes versucht, die Kontrolle wieder zu festigen.

Der staatliche Fernseher übertrug Erklärungen des Innenministeriums und der Stiftung der Märtyrer- und Veteranenangelegenheiten, einer offiziellen Behörde, die Familien der im Krieg Getöteten unterstützt, und gab an, dass 3.117 Menschen getötet worden seien.

Es fügte hinzu, dass 2.427 der Toten bei den Demonstrationen Zivilisten und Sicherheitskräfte waren, aber nicht näher erläuterte, wie der Rest aussah. Die iranische Regierung hat in der Vergangenheit Todesopfer aus Unruhen oft unterschätzt oder nicht gemeldet.

Die in den USA ansässige Human Rights Activists News Agency sagte am frühen Donnerstag, dass die Todesopferzahl mindestens 4.902 betrage, wobei weitere Tote befürchtet würden.

Die Menschenrechtsgruppe ist über die Jahre hinweg bei Demonstrationen und Unruhen im Iran stets genau gewesen und stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten im Land, das alle gemeldeten Todesopfer bestätigt.

Behörden haben den Internetzugang eingeschränkt und internationale Anrufe ins Land blockiert, was es schwierig macht, die Todesopferzahl aus dem Ausland zu bewerten.

Auch soll Iran vor Ort Journalisten nur begrenzt die Möglichkeit geben, über das Nachspiel zu berichten; stattdessen sendet das staatliche Fernsehen wiederholt Behauptungen, die Demonstranten als „Randalierer“ bezeichnen, die von Amerika und Israel motiviert seien, ohne Belege zur Untermauerung der Behauptung vorzulegen.

Die Todesopferzahl übertrifft die von jeder anderen Protest- oder Unruhenrunde im Iran seit Jahrzehnten und erinnert an das Chaos rund um die Revolution von 1979, durch die die Islamische Republik ins Leben gerufen wurde.

Obwohl es seit Tagen keine Proteste gegeben hat, gibt es Befürchtungen, dass die Zahl der Todesopfer deutlich steigen könnte, während Informationen allmählich ans Licht kommen.

Auch fast 26.500 Menschen seien festgenommen worden, so die Human Rights Activists News Agency. Äußerungen von Regierungsvertretern haben zu Befürchtungen geführt, dass einige der Festgenommenen im Iran hingerichtet werden könnten, einem der weltweit führenden Hinrichtungsstaaten.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.