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Nach der EU-Entscheidung erklärt der Iran, dass er nun alle EU-Militärkräfte als Terrororganisationen betrachtet.

1. Februar 2026

Teheran reagiert auf die jüngste Entscheidung der EU mit einer symbolischen Gegenmaßnahme und verschärft damit die politische Eskalation zwischen Iran und Europa.

Iran sagt, dass es fortan alle Militäreinheiten der Europäischen Union als Terrorgruppen ansieht, und schlägt zurück, nachdem der Block die paramilitärische Revolutionsgarden des Landes wegen ihres blutigen Vorgehens gegen landesweite Proteste zur Terrororganisation erklärt hatte.

Die Ankündigung der Terror-Einstufung wurde am Sonntag vom Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Qalibaf, einem ehemaligen Kommandanten der Revolutionsgarden, gemacht und erfolgt, nachdem die EU in der Vorwoche die Islamischen Revolutionsgarden des Iran (IRGC) auf die Terrorliste gesetzt hatte.

Teherans Antwort, die wahrscheinlich symbolisch sein wird, stützt sich auf ein Gesetz aus dem Jahr 2019, das es ermöglicht, gegenseitig die militärischen Terrorgruppen anderer Staaten zu deklarieren, nachdem die Vereinigten Staaten die Revolutionsgarden in jenem Jahr ebenfalls als Terrorgruppe eingestuft hatten.

Die Vereinigten Staaten waren das erste Land der Welt, das die IRGC in der Amtszeit von Präsident Donald Trump erstmals entsprechend auf die Terrorliste gesetzt hatten.

Ein symbolischer Schritt

Die Entscheidung der EU vom vergangenen Donnerstag wurde durch die gewaltsame Unterdrückung massiver Proteste im Iran ausgelöst.

Die Sicherheitskräfte – insbesondere die IRGC – haben in den letzten Wochen extreme Brutalität gegen Demonstranten angewandt. Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass Tausende getötet wurden, und mehrere EU-Außenminister sprachen zuletzt sogar von bis zu 30.000 Opfern.

Da umfangreiche Sanktionen bereits gegen die Revolutionsgarden bestehen, dürfte die Entscheidung keine unmittelbaren praktischen Folgen haben.

Dennoch ist die Einstufung der IRGC als Terrororganisation innerhalb der EU seit Jahren umstritten und intensiv diskutiert worden.

Nach der Entscheidung der EU sprach Irans Außenminister Araghchi von einem „ernsten strategischen Fehler“.

Unterdessen warf Qalibaf Europa vor, mit seinen Maßnahmen lediglich den Interessen der USA zu dienen. „Europa will mit diesen Maßnahmen seinen Meister, Amerika, zufriedenstellen“, sagte der Parlamentspräsident der iranischen Nachrichtenagentur Isna.

Abgeordnete demonstrierten auch ihren Protest, indem sie Uniformen der Revolutionsgarden trugen. In iranischen Medien kursieren Videos, die Politiker zeigen, wie sie Parolen wie „Tod den USA“ und „Tod Israel“ mit erhobenen Fäusten skandieren.

Die brutale Geschichte der IRGC

Die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) verfügen über eine lange Geschichte extremer Gewalt und spielen eine Schlüsselrolle bei der Unterdrückung der iranischen Bevölkerung.

Der Tod der kurdischen Frau Jina Mahsa Amini im Jahr 2022 ist besonders symbolisch: Die junge Frau war drei Tage zuvor von der Sittenpolizei in Teheran festgenommen worden, weil sie angeblich ihren Schleier nicht ordnungsgemäß getragen hatte.

Während ihrer Haft verlor sie das Bewusstsein, fiel in ein Koma und starb später im Krankenhaus.

Der Tod Aminis löste eine landesweite Welle von Massenprotesten im Iran aus und löste auch eine breite internationale Solidaritätsbewegung aus.

Unter dem Slogan „Jin, Jiyan, Azadî“ („Frau, Leben, Freiheit“), einem alten kurdischen politischen Slogan, wurden die Proteste zu einem Symbol des Widerstands gegen Unterdrückung und staatliche Gewalt im Iran.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.