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Renaissance des europäischen Schienennetzes geht weiter: Fünf neue Züge starten 2026

30. Januar 2026

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Von einer wiederbelebten Balkan-Verbindung bis zu einer unterschätzten schottischen Stadtverbindung – hier sind fünf neue Zugstrecken, die für 2026 bestätigt oder geplant sind.

Der Bahnverkehr in Europa wird im Jahr 2026 voraussichtlich einen deutlichen Kraftschub erfahren. Eine vom Bahntechnikkonzern Hitachi Rail in Auftrag gegebene Umfrage unter 11.000 Personen ergab, dass ein Drittel der Befragten in den kommenden 12 Monaten häufiger mit dem Zug reisen wollen.

In den nächsten fünf Jahren steigt dieser Anteil landsweit auf 40 Prozent und in den Städten auf 49 Prozent.

Zugliebhaber werden daher erfreut zur Kenntnis nehmen, dass fünf neue Strecken in der Pipeline liegen, die in diesem Jahr in Betrieb gehen sollen.

Von einem wiederbelebten Paris–Berlin-Nachtzug bis zu einem brandneuen Prag–Kopenhagen-Tagesdienst – hier sind fünf neue Zugstrecken, die für 2026 bestätigt oder geplant sind.

European Sleeper nimmt Paris–Berlin-Strecke wieder auf

Im vergangenen Jahr kündigte der österreichische Bahnbetreiber ÖBB an, dass seine Nachtzüge, die Paris mit Wien und Berlin verbinden, ab dem 14. Dezember eingestellt würden, nachdem die französische Regierung die Finanzierung zurückgezogen hatte.

Allerdings hat European Sleeper seitdem angekündigt, die Strecke zu übernehmen, der erste Zug soll am 26. März 2026 verkehren.

Der Dienst wird dreimal pro Woche verkehren, Abfahrten voraussichtlich ab Paris Gare du Nord dienstags, donnerstags und sonntagsabends, und der Rückverkehr ab Berlin Hauptbahnhof und Ostbahnhof montags, mittwochs und freitags, laut Guardian.

Der Nachtzug wird ab dem 13. Juli 2026 auch in Hamburg halten, was eine praktische Ergänzung für Reisende nach Skandinavien darstellen wird, da bestehende Verbindungen die Hansestadt bereits mit Kopenhagen, Stockholm und Oslo verbinden.

Später in 2026 wird ein schnellerer Dienst Paris–München anbieten

Ein weiterer Ausbau der grenzüberschreitenden Verbindungen zwischen Frankreich und Deutschland ist ein neuer Dienst, der Paris und München verbindet, der für Ende 2026 geplant ist.

Die Hochgeschwindigkeitsstrecke wird von Deutschlands Deutsche Bahn (DB) und Frankreichs SNCF betrieben.

Es gibt bereits täglich einen TGV-Zug in jede Richtung, doch die beiden Betreiber geben an, dass die neuen Verbindungen schneller und häufiger verkehren werden.

Details zu Fahrplänen oder Preisen wurden noch nicht veröffentlicht.

Neuer Prag–Kopenhagen-Zug wird ein Kinderkino haben

Die Deutsche Bahn (DB), die Dänischen Bahnen (DSB) und die Tschechischen Bahnen (ČD) arbeiten zusammen, um die neue direkte Verbindung von Prag nach Kopenhagen über Berlin anzubieten, die am 1. Mai 2026 starten soll.

Der ganzjährige Tagesdienst wird in beiden Richtungen verkehren und soll lediglich sieben Stunden zwischen Kopenhagen und Berlin und rund elf Stunden zwischen Kopenhagen und Prag dauern.

Außerdem wird der Nachtzug der Sommersaison, der derzeit Hamburg und Kopenhagen verbindet, bis nach Prag verlängert.

Zusätzliche Haltestellen sind in wichtigen Städten geplant, darunter Dresden und Hamburg.

Die Strecke wird von ČD’s neuen ComfortJet-Zügen bedient, die eine Vielzahl von Annehmlichkeiten bieten, darunter ein Bordrestaurant, WLAN, Fahrradabstellmöglichkeiten und Platz für 555 Passagiere.

Die Hochgeschwindigkeitszüge verfügen außerdem über Rollstuhlaufzüge, ein Kinderkino und radio-durchlässige Fenster, die die mobile Konnektivität und den Empfang der Passagiere verbessern.

Direkte Verbindung Budapest–Belgrad wieder auf der Strecke

Nachdem sie 2019 aufgrund umfangreicher Infrastrukturrenovierungen ausgesetzt worden war, sollen direkte Züge zwischen Budapests Hauptstadt und Belgrads Hauptstadt 2026 wieder aufgenommen werden.

Die Strecke soll bereits ab Februar eröffnet werden, und die Betreiber planen sechs Hin- und Rückfahrten pro Tag zwischen den beiden Städten.

Zwei dieser Züge sollen Hochgeschwindigkeits-EuroCity-Verbindungen nach Wien sein; eine Fahrt dürfte rund sechs Stunden dauern.

Mit dem Zug von London zu einer unterschätzten schottischen Stadt

Für Reisende, die einige der weniger bekannten Sehenswürdigkeiten des Vereinigten Königreichs entdecken möchten, steht im nächsten Jahr ein neuer Zug von London zu einer kleinen Stadt in Schottland bereit.

Die Strecke wird von der Billigbahn-Gesellschaft Lumo betrieben und verbindet den Bahnhof London Euston mit Stirling, ungefähr eine Stunde nördlich von Edinburgh.

Die schottische Stadt beherbergt eine dramatische mittelalterliche Burg, die auf einem vulkanischen Ausläufer thront, sowie das National Wallace Monument, das Sir William Wallace, dem Nationalhelden Schottlands, gewidmet ist.

Der Dienst soll Mitte 2026 starten und unterwegs Halt in Lockerbie, Carlisle, Preston und Nuneaton machen.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.