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Europas Ackerland retten: Agri-PV ebnet den Weg zu nachhaltiger Solarnutzung

20. Juli 2026

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Die Verfügbarkeit billiger Solarmodule hat zu einer massiven Ausdehnung von Photovoltaiksystemen in ländlichen Gebieten geführt. Wird dies jedoch zu einem Verlust von Ackerland führen? Das muss nicht so kommen: Ein Team deutscher Erfinder hat Systeme entwickelt, die es Landwirten ermöglichen, eine doppelte Ernte zu erzielen: Nutzpflanzen und Solarenergie

Unsere Reise beginnt auf dem Hof von Georg Bockmaier. Üblicherweise kultiviert er Kartoffeln und Getreide, genauso wie sein Vater und Großvater. Grasbrunn, Bockmaiers Dorf am Rande Münchens, erlebt ungewöhnliche Aktivitäten: schwere Maschinen werden hereingebracht, eine Baucrew aus der Slowakei errichtet hinter dem Hof der Familie Bockmaier eine landwirtschaftliche Photovoltaik-Anlage (agri-PV) einschließlich eines anspruchsvollen Solartracking-Systems auf dem Feld hinter dem Hof der Bockmaier.

Wir befinden uns in Bayern, einer Region im Süden Deutschlands, die als echter Hotspot für Start-ups gilt, insbesondere wenn es um innovative Smart-Farming-Lösungen geht. Feld.energy ist eines von ihnen. Das ehrgeizige Start-up wurde vor zwei Jahren gegründet und wächst rasch. Mehr als 800 Landwirte haben sich entschieden, mitzumachen: Gemeinsam mit feld.energy installieren sie agri-PV-Systeme auf rund 900 Hektar.

Bedeutet das, dass die bayerische Landschaft mit PV-Modulen bedeckt wird und dass die Landwirtschaft künftig nicht mehr möglich ist? Überhaupt nicht, sagt Bockmaier: »Das ist etwas Neues, ich kann die Landwirtschaft fortsetzen. Wenn ich meinen Mähdrescher mit einer Schnittbreite von 6,60 Metern oder sogar 7,50 Metern nehme, komme ich problemlos durch die Reihen der PV-Module. Wir können die PV-Module auch vertikal positionieren.«


Georg Bockmaier: »Wenn ich meinen Mähdrescher mit einer Schnittbreite von 7,50 Metern nehme, komme ich problemlos durch die Reihen der PV-Module.«


Nikolai Voitiouk-Blum ist der Vizepräsident von feld.energy, der für den Betrieb zuständig ist. «Unsere Vision für die nächsten vier Jahre ist klar», sagt der Manager mir gegenüber. «Wir wollen in weitere europäische Länder expandieren, zum Beispiel nach Italien, damit wir eine Gigawatt PV-Leistung online bringen können – das Äquivalent zu einem ganzen Kernkraftwerk.»

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.