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Ukraine: Russland startet massivste Drohnenoffensive seit Kriegsbeginn auf Kiew und Charkiw

21. Mai 2026

Ukraine: Russland startet massivste Drohnenoffensive seit Kriegsbeginn auf Kiew und Charkiw

Russland hat die Ukraine mit einer der heftigsten Luftangriffswellen seit Beginn der Vollinvasion überzogen. Nach ukrainischen Angaben wurden innerhalb von zwei Tagen 1.567 Drohnen und 56 Raketen eingesetzt. Besonders betroffen waren Kiew, Charkiw und weitere Städte, während die ukrainische Luftabwehr über Stunden im Dauereinsatz war.

Kiew im Zentrum der Angriffswelle

In der Hauptstadt Kiew trafen Drohnen und Raketen mehrere Stadtteile. Besonders schwer wurde der Bezirk Darnyzja getroffen, wo ein neunstöckiges Wohnhaus teilweise zerstört wurde. Rettungskräfte suchten unter Trümmern nach Überlebenden, während die Behörden von zahlreichen Toten und Verletzten berichteten.

Nach Angaben von Reuters starben bei der zweitägigen Angriffswelle mindestens 27 Zivilisten, darunter 21 in Kiew. Mehr als 180 Gebäude oder Anlagen wurden beschädigt, darunter mehr als 50 Wohnhäuser.

Auch Charkiw erneut unter Beschuss

Charkiw, die zweitgrößte Stadt der Ukraine, wurde ebenfalls getroffen. Die Stadt liegt nahe der russischen Grenze und gehört seit Kriegsbeginn zu den am stärksten belasteten urbanen Räumen des Landes. Bei der jüngsten Angriffswelle meldeten ukrainische Stellen auch dort Verletzte und Schäden.

Die Angriffe richteten sich laut ukrainischen Angaben nicht nur gegen militärische Ziele, sondern trafen auch Wohngebiete, Energieanlagen, Bahn- und Hafeninfrastruktur. Moskau weist regelmäßig zurück, gezielt Zivilisten anzugreifen, doch die Schäden in Wohnvierteln verstärken den internationalen Druck auf Russland.

Ein neues Muster im Drohnenkrieg

Die massive Zahl eingesetzter Drohnen zeigt, wie stark sich der Krieg verändert hat. Russland setzt nicht mehr nur auf einzelne nächtliche Angriffswellen, sondern auf lang anhaltende, gestaffelte Attacken, die Luftabwehrsysteme überlasten sollen. Die ukrainische Seite erklärte, die Angriffe hätten nahezu 48 Stunden gedauert.

Gleichzeitig intensiviert auch die Ukraine ihre Angriffe auf Ziele in Russland. Wenige Tage nach der russischen Offensive meldeten russische Behörden eine der größten ukrainischen Drohnenwellen gegen russische Regionen, darunter Moskau und Energieanlagen.

Diplomatie rückt weiter in die Ferne

Die Eskalation kommt zu einem Zeitpunkt, an dem internationale Vermittlungsversuche kaum Fortschritte zeigen. Ukrainische Vertreter fordern zusätzliche Luftabwehrsysteme, während Russland seine Angriffe fortsetzt. Für die Zivilbevölkerung bedeutet das vor allem eines: Der Luftkrieg wird dichter, länger und schwerer vorhersehbar.

Die jüngste Offensive markiert damit nicht nur eine neue militärische Eskalation, sondern auch eine Verschiebung im Charakter des Krieges. Drohnen sind längst nicht mehr Begleitwaffen. Sie sind zu einem zentralen Instrument geworden, um Städte, Infrastruktur und Gesellschaften dauerhaft unter Druck zu setzen.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.