Das Magazin der S-Bahn Hamburg
Die S3: Besonderheiten und Hindernisse

Die S3: Besonderheiten und Hindernisse

Wir klären auf!

Die S-Bahn Hamburg gibt jeden Tag aufs Neue ihr Bestes für ihre Fahrgäste. Und trotzdem lassen sich Probleme nicht vollständig vermeiden: Wir verraten euch heute, warum davon insbesondere die Linie der S3 betroffen ist.

Nobody’s perfect, auch wir nicht! Daher kommt es bei uns, trotz funktionstüchtiger Bahnen, immer mal wieder zu Verspätungen im S-Bahn-Betrieb. Die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie unkalkulierbar. Dabei machen insgesamt durch äußere Einflüsse verursachte Störungen mehr als die Hälfte aller Störungen aus. Eine der häufigsten Ursachen für Verzögerungen sind Rettungswageneinsätze. In so einem Fall benötigt ein Fahrgast dringend ärztliche Hilfe in einem unserer Fahrzeuge. Bis die Rettungskräfte vor Ort eingetroffen sind, ist eine Weiterfahrt nicht möglich.

Seit November 2017 läuft bereits bezüglich ein Projekt auf den Linien der S1 und S21 jeweils zwischen Berliner Tor und Poppenbüttel sowie Berliner Tor und Aumühle. Ziel dieses Projektes ist es, in Absprache mit der Feuerwehr, im Ereignisfall unter bestimmten Voraussetzungen dem Rettungswagen bis zu einer vorher benannten Station entgegenzufahren. So kann die hilfsbedürftige Person schneller betreut und der Zug in ein Gleis gefahren werden, in dem er für den laufenden Betrieb keine Behinderung mehr darstellt.

Nicht weniger häufig lautet der Grund für betriebliche Störungen „Personen im Gleis“. Da unsere S-Bahn den erforderlichen Strom aus einer seitlichen Stromschiene bekommt, muss, sobald eine Person im Gleis gesichtet wurde, die Strecke gesperrt und der Strom abgeschaltet werden. Bevor der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, muss sichergestellt sein, dass sich niemand mehr unberechtigt im Gleisbereich aufhält. Das ermittelt die Bundespolizei.  Abschließend  wird dann jeweils in beide Richtungen ein Zug mit verminderter Geschwindigkeit gefahren. Der Triebfahrzeugführer muss gegebenenfalls rechtzeitig anhalten können.

Auch hier ergreifen wir bereits Maßnahmen: Auf der Linie der S21 werden seit letztem Jahr Zäune entlang der Gleisen aufgebaut, die Personen davon abhalten sollen, eine Abkürzung über die Schienen zu nehmen. Diese Maßnahme soll auch auf weitere Linien ausgeweitet werden - auch auf die Linie S3. Mehr dazu könnt ihr auch hier nachlesen. Schwachstellen, wie die Bahnsteige, werden bleiben, aber die Gefahr betriebsfremder Personen wird dadurch extrem eingeschränkt.

Und von welchen Besonderheiten ist die S3 betroffen?

Auf der Strecke der Linie S3 rollen nicht nur unsere Züge: Auf diesen Gleisen herrscht sogenannter Mischbetrieb. Das bedeutet, dass neben der S-Bahn Hamburg auch noch Fahrzeuge des Güterverkehrs und der Fernbahn unterwegs sind. Zwischen Stade und Neugraben teilen wir uns die Strecke also mit anderen Unternehmen.

Zudem gibt es auf diesem Abschnitt – untypisch für die S-Bahn  –  sehr viele Bahnübergänge. Diese müssen durch entsprechende Anlagen gesichert werden. Und auch hier kann die Technik einmal streiken! Ist dies der Fall, müssen die Triebfahrzeugführer diese eigenständig sichern. Dazu muss der Zug vor dem Bahnübergang angehalten, die Blinklichtanlage aktiviert und die Schranke geschlossen werden. Ein Unterfangen, das sehr viel Zeit beansprucht und so den Betrieb verzögert.

Wieso dauert eine Störung der Signale manchmal länger?

Diese Frage erreicht uns sehr häufig und heute liefern wir euch die passende Antwort: Oft können die Störungen nicht von den Mitarbeitern auf den Stellwerken behoben werden. In einem solchen Fall müssen Techniker die Entstörung vornehmen. Bis die Techniker vor Ort sind, läuft der Betrieb eingeschränkt weiter. Die Züge fahren dann mit verminderter Geschwindigkeit.

Das Stellwerk in Wilhelmsburg, zwischen Harburg-Rathaus und Hamburg-Hauptbahnhof, ist übrigens ferngesteuert. Das bedeutet, dass alle Funktionen dieses Stellwerks ebenfalls aus Harburg-Rathaus gesteuert werden. Dabei entspricht die Signaltechnik auf der Linie S3 dem Standard der DB-Netz AG und wird durch die Fachlinie LST (Leitsicherungstechnik) regelmäßig und fristgerecht gewartet.

Ein weiterer Faktor ist die Verfügbarkeit der Züge: Um einen Langzugverkehr – gerade morgens und abends zu den Hauptverkehrszeiten – zu gewährleisten, müssen nahezu alle Wagen ständig im Einsatz sein. Dafür werden die Fahrzeuge täglich gewartet und in den Betriebspausen repariert und gereinigt. Zeitnah werden 72 neue Fahrzeuge der Baureihe ET 490 in Hamburg unterwegs sein. Mit ihnen wird unsere S-Bahn-Flotte nicht nur moderner, sondern auch vergrößert!

Wir machen die Strecke fit für euch!

Wir blicken positiv in die Zukunft, denn die Strecke der S3 wird in den kommenden Monaten und Jahren Stück für Stück modernisiert! Wie mit allen Großprojekten kann auch diese Modernisierung nicht von heute auf morgen fertiggestellt werden, daher erfolgen die notwendigen Maßnahmen nacheinander. Zudem darf die S-Bahn Hamburg über Arbeiten am Streckennetz nicht einfach selbst entscheiden, sondern steht bei solchen Vorhaben in engem Kontakt mit dem Eigentümer, der DB Netz AG.

Natürlich sind Erneuerungen, so wie zum Beispiel die Errichtung der Station "Elbbrücken", mit Baumaßnahmen verbunden, die den Verkehr auf der Strecke der S3 beeinträchtigen. In den Sommerferien werden die Modernisierungsarbeiten auf dieser Strecke fortgesetzt. Zwischen Neugraben und Buxtehude werden die Gleise erneuert. Was genau hinter diesen Arbeiten steckt und wie ihr dennoch in dieser Zeit von A nach B kommt, erfahrt ihr in Kürze hier bei uns im Magazin.

An dieser Stelle möchten wir die Gelegenheit nutzen „Danke!“ zu sagen:  An alle Beteiligten, die stets versuchen, die Auswirkungen von Störungen jeglicher Art so gering wie möglich zu halten und an unsere Fahrgäste, für die Geduld und das Verständnis.