Das Magazin der S-Bahn Hamburg
Gestatten: Unsere neuen Zugzielanzeiger – Mehr Infos für euch am Bahnsteig

Gestatten: Unsere neuen Zugzielanzeiger – Mehr Infos für euch am Bahnsteig

Manche von euch haben sie bestimmt schon bemerkt: an einigen Stationen haben wir neue Zugzielanzeiger angebracht. Die Geräte zeigen mehr Informationen in besserer Darstellung – das Wichtigste gibt es jetzt auf einen Blick. Hier erfahrt ihr alles zum Projekt, welche Stationen ausgestattet sind und welche demnächst folgen.

Bei unseren Entwicklungen steht ihr im Mittelpunkt, schließlich geht es um Verbesserungen für unsere Fahrgäste. Und die Infos zu eurer Fahrt liegen uns besonders am Herzen. Vor allem direkt am Bahnsteig, wo eure Reise mit uns beginnt. Darum gibt es jetzt auch dauerhaft die nächsten drei Zugverbindungen mit farbigen Liniensymbolen auf einen Blick zu sehen, die Zuglänge ist besser zu erkennen und vieles mehr. Denn was die Technik betrifft, stand sofort fest: die Anzeigen sollen besser lesbar und einfach zu verstehen sein. Das bedeutet auch: Weg mit den alten Displays. Hallo neue Vollfarb-Bildschirme! Dieser Wechsel machte eine neue Aufteilung der Bildfläche möglich.

Was soll auf den Schirm?

In der Anfangsphase wurden Designs intern entwickelt und getestet. Zu Beginn wechselte die aktuelle Verbindung in 30-sekündiger Taktung zu den folgenden Zügen. Aber viele Kollegen nahmen diesen Bildwechsel als zu langsam wahr. Damit stellte sich heraus, dass der aktuelle Zug immer zu sehen sein muss. Als nächstes stand die Uhr zur Debatte. Wer braucht im Zeitalter des Smartphones noch eine Bahnhofsuhr? Ein Zähler, der die Wartezeit bis zur Ankunft des nächsten Zuges zeigt, reicht doch vollkommen aus.

Stimmt vielleicht aus unserer Sicht – aber am besten fragen wir unsere Fahrgäste, ob unsere Ideen zu euren Bedürfnissen passen. Gesagt, getan. Ob es eine Zeitanzeige geben soll, wie sie am besten aussieht und viele weitere Erkenntnisse haben wir aus einer umfangreichen Befragung mit euch gewonnen. Denn nichts wäre ärgerlicher, als wenn ihr eure wichtigen Infos auf dem Anzeiger gar nicht findet. Übrigens: Wenn ihr auch Lust habt, bei diesem oder anderen Projekten mitzumischen, schaut mal bei unserer Test-Community vorbei.

Wie kommen die Infos auf den Anzeiger?

Ausgestattet mit den Umfrage-Ergebnissen begann unser Entwickler-Team mit der Programmierung. Anfangs lag die technische Herausforderung in dem Netzwerk, über das aktuelle Verbindungsinformationen verbreitet werden. Die neuen Geräte mussten so angepasst werden, dass der Datenempfang funktioniert. Seitdem gibt es eine Live-Anzeige, die direkt am Arbeitsplatz unserer Programmierer steht. Hier können wir täglich beobachten, wie sich der Anzeiger verhält. Das ist zum Beispiel bei Updates besonders praktisch.

Mit neuer Darstellung und Datenanbindung ging der erste Anzeiger an der Station Hammerbrook in Betrieb. Nach bestandener Testphase ging es an die Planung weiterer Stationen. Zuerst stehen die Bahnhöfe im Citybereich und auf der Strecke nach Bergedorf auf der Liste. In diesem Jahr noch sollen die Haltestellen auf der S21 fertig sein. Danach folgen die weiteren Stationen. Im besten Fall dauert der gesamte Umbau bis zu drei Jahre. Wie der aktuelle Stand zu den Bahnhöfen ist, seht ihr in der folgenden Aufzählung.

An diesen Stationen findet ihr die neuen Anzeiger

  • Airport
  • Altona
  • Dammtor
  • Hammerbrook
  • Hauptbahnhof (Gleis 3 und 4)
  • Holstenstraße
  • Jungfernstieg
  • Königstraße
  • Landungsbrücken
  • Reeperbahn
  • Stadthausbrücke

Diese Bahnhöfe sind als nächstes geplant:

  • Allermöhe
  • Bergedorf
  • Billwerder-Moorfleet
  • Harburg
  • Harburg-Rathaus
  • Hauptbahnhof (Gleis 1 und 2)
  • Mittlerer Landweg
  • Nettelnburg
  • Pinneberg
  • Rotenburgsort
  • Tiefstack

… to be continued!

Knapp 300 neue Anzeiger für unsere Bahnhöfe

Pro Bahnsteig gibt es in der Regel vier Anzeiger, jeweils vorne sowie hinten, für jede Fahrtrichtung also zwei Stück. Eine Einheit besteht aus zwei Displays, jeweils einem pro Seite (vorne und hinten). Unsere Experten aus der Softwareentwicklung sprechen hier von einer „Master-and-Slave“-Verbindung, da der eine Monitor (der „Slave“) den Inhalt des anderen („Master“) spiegelt. Aber es ist nicht mit einer einfachen Spiegelung getan. Die Anordnung muss geändert werden, damit der aktuelle Zug auf der Seite steht, die zum Gleis zeigt. Klingt logisch. Aber was man alles bedenken muss...

Zurück zur Übersicht. Insgesamt kommen wir auf vier Anzeiger pro Station. Eine Ausnahme gibt es an der Station Jungfernstieg. Damit möglichst viele Fahrgäste die Informationen erkennen können und wegen der Länge und Krümmung des Bahnsteiges nicht bis zum nächsten Anzeiger laufen müssen, wird dieser Halt mit der doppelten Menge, also acht Stück, ausgestattet. Wenn man alle hochrechnet, bedeutet das: für unsere 69 Stationen werden insgesamt rund 300 neue Zugzielanzeiger verbaut. Genug zu tun für unsere Techniker, die sich nach und nach durch unser Netz arbeiten.

Und wie geht es weiter?

Die Arbeit endet nicht mit der Ausstattung unserer Bahnhöfe. Das gesamte Projekt-Team hat noch weitere Ziele für die Darstellung auf den Anzeigern in petto. Unter anderem wollen wir unsere Störungsmeldungen weiter verbessern. Momentan beziehen sie sich auf den aktuellen oder nächsten Zug. Das soll erweitert werden. Zukünftig kommen auch Infos vom HVV dazu, damit man auch über die Anschlussverbindung auf dem Laufenden ist. Das wird ein Pilotprojekt im Verkehrsverbund, mit Datenanbindung zu den Kollegen von VHH und Hochbahn. Von Langeweile keine Spur.