Das Magazin der S-Bahn Hamburg
Jungferninseln – unser Hamburg in 2050?

Jungferninseln – unser Hamburg in 2050?

Anlässlich der Klimawoche machen wir aus dem Jungfernstieg die Jungferninseln. Eine Namensänderung mit einer Botschaft!

Wie wird sich das Klima entwickeln? Genau mit dieser Frage beschäftigten sich Forscher um Jean-Francois Bastin der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Sie haben errechnet, dass es bis 2050 zu einer Erderwärmung um 1,5 bis 2 Grad kommen wird. Was das für unser Hamburg bedeutet? Im Jahr 2050 werden wir hier wahrscheinlich im wärmsten Monat des Jahres eine Durchschnittstemperatur von 26,2 Grad Celsius haben.

Bedeutet auch, dass die Winter durchaus milder werden und wir in Hamburg keinen Schnee mehr zu sehen bekommen.

Damit der Kimwandel nicht unser Hamburg verwandelt.

Jungfernstieg und Jungferninseln

Aber was hat nun der Jungfernstieg mit den Jungferninseln in der Karibik gemeinsam? Denn auch wenn wir uns bei dem Hamburger Schmuddelwetter manchmal schöneres Wetter wünschen, möchten wir es hier keine Temperaturen wie auf den Jungferninseln haben.

Während der Klimawoche setzen wir mit der bewusst überspitzten Namensänderung ein Zeichen für den Klimaschutz. Wir können alle unseren Beitrag leisten, damit der Klimawandel nicht unser Hamburg verwandelt. So lustig es auch klingen mag, lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass wir uns hier nicht wirklich bald klimatisch zwischen Jungferninseln, Schanzerote, Balearenfeld und Wandsbeker Tropez bewegen. #SteigEinBeimKlimaschutz und fahrt mit uns! Denn die S-Bahn Hamburg steht für grüne Mobilität in unserer Stadt.

Besucht uns vom 27. bis 29.9. auf unserem Aktionsstand auf dem Rathausmarktplatz

Hier könnt ihr eure Beinkraft testen und mit einem Foto ein Zeichen für ein grünes Hamburg setzen!

Zum Hintergrund:

Die Jungferninseln liegen auf dem 18. Breitengrad rund hundert Kilometer östlich von Puerto Rico in der Karibik. Das Klima ist tropisch. Die Temperaturen liegen hier durchschnittlich bei 28 Grad.

Aber woher kommt der Name Jungferninseln eigentlich? Dieser beruht auf einer alten Legende. Im 4. Jahrhundert soll eine bretonische Königin namens Ursula einige Bedingungen für ihre Vermählung gefordert haben. Eine davon: Sie wollte mit 10 Gefährtinnen und sogenannten 11.000 Jungfrauen eine Wallfahrt nach Rom machen. Auf dieser Reise wurde sie ermordet, nachdem sie die Ehe mit dem Hunnenkönig abgelehnt hatte.

2050 haben wir in Hamburg Temperaturen wie am Mittelmeer.
Laut einer Studie der ETH Zürich.

Als Christoph Kolumbus 1493 die Inseln entdeckte, fühlte er sich an diese Legende erinnert. In seinen Augen sah die Inselgruppe unberührt und wunderschön aus. So taufte er eine der Inseln auch Santa Ursula.

Diese Sichtweise der Herkunft des Namen dieser Inseln kann man durchaus kritisch betrachten, da Kolumbus sicher nicht nur als Entdecker, sondern eher als Eroberer betrachtet wird.  Zudem sind die Herleitung und der Name diskutabel und und wird oft aus einer eher maskulinen Sichtweise dargestellt.

Politisch wird heute zwischen den Britischen, Amerikanischen und Spanischen Jungferninseln unterschieden. Nachdem die Inseln im 17 Jahrhundert in englischem und dänischem Besitz waren, gingen die Inseln Tortola, Anegada und Virgin Gorda 1672 in englischen Besitz über und sind heute als Britische Jungferninseln bekannt. Vieques und Culebra sowie andere kleine Nebeninseln östlich der Virgin-Passage waren bis zum Spanisch-Amerikanischen Krieg im spanischen Besitz und wurden 1898 gemeinsam mit Puerto Rico diesem administrativ angegliedert. 1917 kauften die USA übrigens den dänischen Kolonialbesitz der Jungferninseln für 25 Millionen Dollar. Diese werden seither Amerikanische Jungferninseln genannt.

Im Vergleich dazu werfen wir auch einen Blick auf den Jungfernstieg in Hamburg. Wie ihr wahrscheinlich wisst, gibt es auch hier eine Geschichte, die den Namen der bekannten Hamburger Straße erklärt. Die Töchter wohlhabender Hamburger Familien im heiratsfähigen Alter gingen dort spazieren, um ihrem Glück in Sachen Liebe auf die Sprünge zu helfen? Der Jungfernstieg war also das analoge Tinder der damaligen Zeit.

Mit dieser Aktion möchte die S-Bahn Hamburg auf den Klimawandel hinweisen. Auch unter dem Aspekt, dass die Jungferninseln bereits heute unter dem Klimawandel zu leiden haben, sicher aber nicht Verursacher ihrer Lage sind. Die S-Bahn Hamburg leistet ihren Beitrag zu einem bewussten Umgang mit Energie und fährt bereits seit 10 Jahren mit Ökostrom. Zudem steht sie, wie auch der Mutterkonzern Deutsche Bah, für eine kulturelle Vielfalt in unserem Land. Mehr Infos dazu findet man auch hier.

Fotos:

Sophie Fiebeler