Das Magazin der S-Bahn Hamburg
Gestörtes Signal? – Das sind die Gründe!

Gestörtes Signal? – Das sind die Gründe!

Die Ansage habt ihr sicher schon einmal gehört: „Aufgrund einer Signalstörung, kommt es derzeit zu Verspätungen und Zugausfällen.“ Damit ihr das nächste Mal genau wisst, was sich hinter dieser Information verbirgt, gibt es hier die Erklärung.

Signale sind die Ampeln und Verkehrszeichen des Streckennetzes der S-Bahn Hamburg

Signale an Gleisen sind wie Ampeln im Straßenverkehr. Sie sorgen dafür, dass die Züge geregelt auf den Schienen vorwärts kommen. Im Straßenverkehr weiß jeder, was eine rote Ampel bedeutet. Nämlich: Stehenbleiben! Im Bahnverkehr ist es genauso. Sobald ein Signal rot leuchtet, muss der Zug halten. Häufig auch, um die Strecke für einen anderen Zug freizugeben.

Im Streckennetz der S-Bahn Hamburg werden vor allem Signalverbindungen (Sv) und Kombinationssignale (Ks) verwendet. Dies sind Lichtsignale, die die Fahrtaufträge grundsätzlich mit Signallichtern anzeigen. Eine „Fahrt“ oder "Langsamfahrt" und / oder „Fahrt erwarten“ oder "Langsamfahrt erwarten" wird bei den Sv-Signalen meist durch ein grünes und ein darunter liegendes gelbes Licht signalisiert. Ein "Zughalt" bzw. "Weiterfahrt auf Sicht" wird mit zwei gelben Lichtern angezeigt. Die Ks-Signale kommen hingegen nur mit einem Lichtpunkt zur gleichen Zeit aus.

Dabei befinden sich die Signale neben oder über den Gleisen. Sie teilen sich in Haupt- und Vorsignalleuchten auf: Die Lichter auf der linken Seite von Sv-Signalen entsprechen den Hauptsignalbildern und geben an, ob der anschließende Gleisabschnitt von einem Zug befahren werden darf. Durch einen weißen senkrechten Strich (Grafik ganz links) wird dem Triebfahrzeugführer zudem ein verkürzter Abstand zum folgenden Signal angezeigt.

Die Lichter auf der rechten Seite entsprechen den Vorsignalbildern für den nächst folgenden Abschnitt. Vorsignale zeigen an, welches Signalbild am darauf folgenden Hauptsignal zu erwarten ist. Die Hauptsignale sind dabei mit einem weiß-rot-weißen Mastschild gekennzeichnet, wenn sie vor Gefahrstellen (z.B. Weichen oder Bahnübergängen) stehen.

Weiß-gelb-weiße oder weiß-schwarz-weiße Mastschilder signalisieren, dass bei Haltstellung oder Ausfall des Signals auf Sicht weitergefahren werden darf. Da kann es auch sein, dass das Signal Halt zeigt, obwohl der Triebfahrzeugführer sieht, dass der Abschnitt hinter dem Signal frei ist. Er fährt dann also so langsam, dass er vor jedem Fahrzeug oder Hindernis im Gleis rechtzeitig anhalten kann.

Das bedeuten die Signale:

Signal Ks 1: Fahrt: Ein grünes Licht bzw. ein Blinklicht zeigt, dass hier die erlaubte Geschwindigkeit voll ausgefahren werden kann.

Signal Ks 2: Halt warten
Wird ein gelbes Licht angezeigt, so bedeutet dies, dass bald ein Haltsignal folgt.

Ein auf der Spitze stehendes gelbes Dreieck zeigt zudem die Vorsignalfunktion am Hauptsignal an.

Und was passiert, wenn es eine Signalstörung gibt?

Wenn in einer Durchsage am Bahnsteig oder im Zug von einer Signalstörung die Rede ist, dann hat das einen Grund: Diese Info ist für die Fahrgäste am verständlichsten. Ein gestörtes Signal ist dann die Ursache für mögliche Fehlermeldungen. Meist ist es keine Signalstörung im eigentlichen Sinne. Vielmehr liegt das Problem in den dahinter liegenden Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik.

Manchmal kann sich auch ein Stein in einer Weiche verkeilt haben. Dann hängt dieser zwischen der sogenannten Backen- und Zungenschiene und verhindert, dass die Weiche in eine Endstellung kommt. Das verhindert die Vermittlung des Fahrtsignals – schon liegt eine Signalstörung vor und der Zug kann nicht weiterfahren, bevor diese nicht behoben wird.

Wie lange es dauert, eine Signalstörung zu beheben, hängt davon ab, wo sich die Störung genau befindet und wie groß der Streckenabschnitt ist, den die Signalstörung betrifft. Dann müssen die Fahrdienstleiter zunächst einige Fragen klären: Kann die Betriebs- und Servicezentrale (BSZ) betroffene Züge umleiten? Ist nur ein Signal betroffen oder mehrere?

Dann wird die Entstörungsstelle informiert, die dann die Instandhalter benachrichtigt. Diese fahren zum Stellwerk und zum Signal selbst, um zu prüfen, welcher Grund für die Störung vorliegt. Manchmal kann auch nur eine LED-Lampe im Signal kaputt sein – auch dann spricht man von einer Signalstörung.

Aber egal, was die tatsächliche Ursache ist: Das Sicherungssystem im Zug sorgt immer erst einmal dafür, dass dieser stehen bleibt. Erst wenn die Strecke und damit die Weiterfahrt als sicher gelten, nimmt der Zug die Fahrt wieder auf. Deshalb kommt es dann zu Verzögerungen für eure und die nachfolgenden Fahrten auf der Strecke. Ihr seht – wenn es Signalstörungen im Streckennetz gibt, dann geht es vorrangig um eure Sicherheit!