Das Magazin der S-Bahn Hamburg
Es werde Licht!

Es werde Licht!

Das Projekt Lightgate – eine innovative Lichtsensor-Technik zeigt Echtzeit-Auslastung der S-Bahn an

Kennt Ihr das auch? Die S-Bahn fährt ein und wie so häufig sieht sie rappelvoll aus. Wäre es nicht schön, wenn man vorher wüsste, ob und wo noch ein Plätzchen frei ist? Ab sofort geht das: Dank einer neu entwickelten Lichtsensor-Technik könnt Ihr vor Abfahrt sehen, in welchem Waggon noch freie Plätze vorhanden sind und Euch am Bahnsteig passgenau platzieren. Heute wurde die erste Auslastungsanzeige am Berliner Tor live geschaltet!

Bislang ist die Entscheidung, wo am Bahnsteig man sich hinstellt, entweder eher dem Zufall geschuldet oder hängt davon ab, welchen Ausgang man nehmen möchte. Einen Waggon zu erwischen, in dem es genügend freie Plätze gibt, ist dabei reine Glückssache. Bald wird dieses Glücksspiel beendet sein: An der S-Bahnhaltestelle Berliner Tor stellen Verkehrssenator Dr. Anjes Tjarks und S-Bahnchef Kay Uwe Arnecke die neue Live-Auslastungsanzeige vor.

Hamburg ist Vorreiter bei der Digitalisierung des öffentlichen Nahverkehrs. Wir wollen sie bedarfsgerecht und sinnvoll genau dort einsetzen, wo sie einen echten Mehrwert für die Fahrgäste und das Fahrpersonal bringt. Mit der Live-Auslastungsanzeige schaffen wir ein attraktives Informationsangebot für alle Fahrgäste.
Dr. Anjes Tjarks, Verkehrssenator der Stadt Hamburg

Wie funktioniert Lightgate?

Das Projektteam Lightgate, allen voran Projektleiterin Julia Kuhfuß, entwickelte eine – inzwischen patentierte - innovative Lichtsensorik, die links und rechts vom Gleis installiert wird. Mittels Lichtschranken wird so gemessen, wie voll der Zug ist, und kabellos die Echtzeit-Auslastung pro Wagen an die folgende S-Bahnstation übertragen.

Dies folgt dem Prinzip, dass bei steigender Fahrgastzahl immer weniger Licht durch die Fenster dringt. Der intelligente Sensor kann neben der Auslastung auch Wagenanzahl, Baureihen und Geschwindigkeit erkennen. Das meldet er an die folgende Station und die Auslastungsampel auf der Anzeigetafel springt um. Auf den Zuganzeigen am Bahnsteig seht Ihr dann die Auslastung des Zuges in Echtzeit. Nach dem Ampelprinzip werden S-Bahn-Wagen mit vielen freien Plätzen grün gekennzeichnet, gelb bedeutet mittlere Auslastung und rot signalisiert wenig Platz im Wagen.

Viele Vorteile

Das hat mehrere Vorteile: Einmal könnt Ihr sehen, wo Ihr einen Euren Bedürfnissen entsprechenden Platz bekommt und euch dementsprechend auf dem Bahnsteig positionieren. Dadurch wiederum steigt die Pünktlichkeit, da Ihr mit Hilfe des Systems schneller ein- und aussteigen könnt und alle Türen optimal genutzt werden. Mit Hilfe der Live-Daten kann unsere Leitzentrale den Verkehr noch besser steuern und effizienter planen. Ein weiterer Pluspunkt dieser Technik ist, dass sie fahrzeugunabhängig zum Einsatz kommen und ohne großen Aufwand umgesetzt werden kann, sie ist universell für alle Baureihen einsetzbar. Dadurch werden Kosten gespart und die Umsetzung kann schneller und unabhängig vom Fahrzeughersteller erfolgen. Auch für die Planung des S-Bahnverkehrs entstehen Vorteile.

Die Auslastungsanzeige bietet gleich drei Vorteile: Unsere Fahrgäste finden viel einfacher einen freien Platz in der S-Bahn. Gleichzeitig beschleunigen wir den Ein- und Ausstieg und vermeiden so Verspätungen. Außerdem kann unsere Leitzentrale mit Hilfe der Live-Daten den Verkehr noch effektiver im Sinne der Fahrgäste steuern. In der ersten Pilotphase planen wir die Ausstattung von 16 S-Bahn-Stationen. Ziel ist es, den gesamten Citybereich mit der Technik auszurüsten.
Kay Uwe Arnecke, Chef der S-Bahn Hamburg

Wir arbeiten stetig daran, unser Angebot und die Qualität des Betriebs für Euch zu verbessern. Mit dieser Methode können wir leichter erfassen, wo welche Auslastung vorhanden ist, erkennen Engpässe und können betriebliche Abläufe anpassen.

Wo gibt´s die neue Technik?

Bereits acht Bahnhöfe sind mit der Sensortechnik ausgestattet. Live sehen könnt Ihr das zurzeit am Bahnhof Berliner Tor. Bis Ende März rüsten wir weitere Stationen Richtung Innenstadt, auf der Strecke ab Aumühle sowie Hammerbrook, Jungfernstieg und die Verbindungsbahn über Dammtor mit der neuen Technik aus. In Zukunft soll das Angebot auch auf unsere digitalen Informationssysteme ausgeweitet werden, so dass Ihr es dann auch in der App sehen könnt.