Das Magazin der S-Bahn Hamburg
Der ET 490 im Scheinwerferlicht – Behind the Scenes beim Kampagnenshooting

Der ET 490 im Scheinwerferlicht – Behind the Scenes beim Kampagnenshooting

Ganz Hamburg freut sich auf unser  neues Fahrzeug – den ET 490. Doch ehe der Probebetrieb mit Personen startet, nehmen wir euch mit zum Fotoshooting der großen Werbekampagne und zeigen euch, wie sich die neue Baureihe als Model macht.

An mehreren Tagen wurde der ET 490 aus jeder Perspektive geshootet, um eine Bilderwelt rund um unser neuestes „Zugpferd“ aufzubauen.

Viel Planung und Organisation steckt hinter der Durchführung eines solchen Termins. Dabei muss nicht nur der Zug zur Verfügung stehen, sondern darüber hinaus sollte das Fotoshooting die tägliche Arbeit im Werk natürlich so wenig wie möglich beeinträchtigen. Hierfür waren einige interne Absprachen nötig. Nachdem diese geklärt werden konnten, kümmerte sich eine Agentur um die Auswahl des Fotografen, der Models sowie der Statisten, die zu den vorher besprochenen Fotokonzepten passen.
Doch bevor es mit dem ET 490 ins Ohlsdorfer Werk ging, fand ein erstes Shooting am Flughafen statt - und dafür musste die knapp 30-köpfige Crew ziemlich lange wach bleiben. Um Beeinträchtigungen im S-Bahn-Verkehr zu vermeiden, legte man das Ganze in die betriebsfreie Zeit – also mitten in die Nacht. Warum man sich für dieses Motiv entschieden hat? Die Station in Fuhlsbüttel feiert Ende dieses Jahres ihr 10-jähriges Jubiläum. Eine schöne Gelegenheit, die neue Baureihe auch hier willkommen zu heißen.

Danach waren drei volle Shooting-Tage im Instandhaltungswerk Ohlsdorf angesetzt. Im Fokus der Aufnahmen stehen natürlich die neuen Vorzüge des ET 490, wie beispielsweise das Mehrzweckabteil oder die durchgängig begehbaren Wagen. Zudem sollten alltägliche Situationen dargestellt werden, mit denen sich viele Hamburger identifizieren können.

Der Star des ersten Motivs war das Mehrzweckabteil. Um zu verdeutlichen, wie viel zusätzlicher Platz dort vorhanden ist, wurde eine Situation mit mehreren Fahrgästen und einem Rollstuhlfahrer simuliert. Fotograf Frithjof Ohm gab dabei sowohl den Models als auch den Statisten genaue Anweisungen: manchmal mussten sie ihren Kopf etwas senken, ein anderes Mal sollten sie sich bewegen, so wie sie es bei einer richtigen Bahnfahrt auch tun würden.

Wichtig bei den Komparsen: Ähnlich wie in einem Film, nehmen sie nur Nebenrollen ein. Das bedeutet, nur das Gesicht des Models ist zu sehen. Damit die Gesichter der Statisten auf den Fotos nicht zu erkennen sind, bleiben sie während des Fotografierens stetig in Bewegung. Das verleiht dem Bild zudem Dynamik, sodass es schlussendlich trotz eines Werbemotivs authentisch wirkt.

Bevor es für die Models und Komparsen aber vor die Linse ging, wurden sie im Crew-Bereich erst einmal mit Kleidung und Accessoires, wie Reisetaschen, Rad oder Aktenkoffer, ausgestattet. In der Maske wurden noch schnell die Haare gestylt und die Gesichter gepudert.

Jede Menge Taschen wurden auch für das nächste Motiv benötigt: Um auch die Fahrt mit der Bahn zum Airport darzustellen, stand eine Familie mit zwei Kindern Modell, die sich gerade auf dem Weg in den Urlaub befinden.

Ein mehrköpfiges Team, bestehend aus Vertretern der S-Bahn Hamburg, der Deutschen Bahn und dem Produktionsteam, besprach jedes einzelne Motiv. Sieht man die neuen Features genug? Spiegelt sich der Kopf zu sehr in der Scheibe und ist der Fokus richtig gesetzt? All diese Fragen wurden in Erwägung gezogen, ehe der Ausruf kam: „Wir haben es im Kasten. Nächste Szene, bitte!“

In den Pausen, zwischen den einzelnen Motiven, fotografierte Ohm mithilfe seines Teams einzelne Details des Zuges. Aber auch darüber hinaus gab es einiges für die Crew zu tun. Es wurde nicht nur überprüft, ob alle Komparsen und Statisten für die jeweiligen Szenen im Werk angekommen sind, auch das Licht musste für jedes Motiv individuell angepasst werden.

Das bedeutet, dass die schweren Scheinwerfer oft ihren Standort wechselten, um im Zug ein realistisches Licht zu erzeugen. Natürliches Licht gibt es im Werk nämlich so gut wie keins. Auf den späteren Fotos fällt dies aber nicht auf.

Am letzten Tag der Shooting-Woche wechselte sich der ET 490 noch einmal mit dem ET 474 Redesign ab. Auch die Version des modernisierten ET 474 glänzt mit durchgängig begehbaren Wagen und einem vergrößerten Mehrzweckabteil.

Das erste Motiv an diesem Tag bildet den Feierabendverkehr mit einem Pendler ab. Ein junger Mann sitzt im Abteil und checkt auf seinem Tablet noch schnell die letzten Mails. Auf jedem Foto zu sehen: Der Tunnelblick durch den gesamten, redesignten Zug und auch die neuen Screens für das Fahrgastinformationssystem.

Übrigens kann man schon das erste Ergebnis des Fotoshootings bereits an verschiedenen Spots in Hamburg sehen - bald werden noch mehr folgen!

Fotos:

Lisa Knauer